Hamburg Update

St. Pauli U19-Trainer Dobrick spricht über sein Coming-out

today27. Oktober 2026

Hintergrund

Der U19-Trainer des FC St. Pauli, Christian Dobrick, hat sich sieben Monate nach seinem Coming-out erstmals gemeinsam mit seinem Freund Milan vor einer TV-Kamera gezeigt. Dobrick, der Anfang des Jahres seine Beziehung zu einem anderen Mann öffentlich machte, ist der erste Trainer aus dem Stab eines Bundesligavereins, der diesen mutigen Schritt gegangen ist. Das öffentliche Bekenntnis des 29-Jährigen, der im Sommer 2025 in den Nachwuchsbereich des Hamburger Kultklubs wechselte, sorgte für breite Aufmerksamkeit im deutschen Fußball.

Sein Coming-out erfolgte im März 2026 in Interviews mit RTL und dem Magazin „Stern“, wo er offen über seine Homosexualität sprach. Vor diesem Schritt hatte Dobrick jahrelang seine sexuelle Orientierung in seinem beruflichen Umfeld verheimlicht, was er als „Wortakrobatik“ und einen „rhetorischen Eiertanz“ beschrieb, der ihn viel Kraft kostete. Eine entscheidende Inspiration für sein Coming-out war nach seinen eigenen Angaben eine Begegnung mit Jürgen Klopp, der ihm geraten hatte, stets er selbst zu sein und für seine Überzeugungen einzustehen.

Dobrick kritisierte in diesem Zusammenhang die Homophobie im Profifußball und stellte fest: „Im Profifußball gelten Schwule noch immer als Außerirdische.“ Er betonte, dass er mit Sicherheit kein Einzelfall sei, aber der Druck, ein heteronormatives Leben zu führen, dazu führe, dass viele homosexuelle Fußballer ihre Energie für Probleme verschwenden müssen, die nichts mit dem Sport zu tun haben. Er verwies auch auf die tief verwurzelten homophoben Ausdrücke im Fußballvokabular, die das Zerrbild von Schwulen verstärken würden.

Die Reaktionen auf Dobricks Offenbarung waren überwiegend positiv. Der FC St. Pauli, dessen Präsident Oke Göttlich ihm persönlich seine Unterstützung zusicherte, steht voll hinter seinem Trainer. Dobrick selbst hatte sich im Vorfeld auf mögliche negative berufliche Konsequenzen vorbereitet, war aber von der positiven „Flut an Reaktionen“ überrascht. Er rät anderen Spielern und Trainern, die ihre Homosexualität verbergen, mutig zu sein und „ins kalte Wasser zu springen und zu schwimmen!“. Dobrick möchte weiterhin ausschließlich nach seinen fachlichen Kriterien, an Punkten und Toren, gemessen werden, wie jeder andere Trainer auch. Vor seiner Zeit beim FC St. Pauli war der gebürtige Flensburger unter anderem bei RB Salzburg, der TSG Hoffenheim und Holstein Kiel im Nachwuchsbereich tätig.

Die Sichtbarkeit von Christian Dobrick und seinem Partner Milan sendet ein wichtiges Signal für Offenheit und Akzeptanz im Sport. Unser Sender RADIO REEPERBAHN Hamburg wird die weitere Entwicklung dieser bedeutenden Diskussion im Hamburger Sportgeschehen aufmerksam verfolgen.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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