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Lydia Rensen ist Berufsbetreuerin in Hamburg und kämpft täglich mit den Widrigkeiten ihres Berufsstandes. Ihre wichtige Arbeit, bedürftige Menschen in rechtlichen Angelegenheiten zu unterstützen, ist von hohem Zeitdruck, einer Vielzahl von Klienten, gesellschaftlichen Vorurteilen und einer erdrückenden Bürokratie geprägt. Diese Herausforderungen spiegeln eine tiefgreifende Krise im gesamten Betreuungswesen wider, die auch in der Hansestadt Hamburg deutlich zu spüren ist.
Tatsächlich sehen sich Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer bundesweit mit einer zunehmenden Arbeitsbelastung konfrontiert. Sie verbringen oft mehr Zeit am Schreibtisch mit administrativen Aufgaben als direkt bei ihren Klienten. Der Bedarf an gerichtlich bestellten Betreuern wächst stetig, wobei die betreuten Personen nicht nur zahlenmäßig zunehmen, sondern auch jünger werden und komplexere Problemlagen aufweisen. In Hamburg ist die Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen zwar weiterhin die größte unter den Betreuten, doch es gibt auch einen massiven Anstieg junger Mandanten zwischen 18 und 44 Jahren, die aufgrund psychischer Erkrankungen professionelle Unterstützung benötigen. Dies führt dazu, dass Berufsbetreuer für jeden Mandanten oft nur das Nötigste leisten können.
Die finanzielle Situation der Berufsbetreuer ist prekär. Viele Betreuungsvereine und selbstständige Berufsbetreuer sind aufgrund untragbarer finanzieller Belastungen gezwungen, ihre Arbeit aufzugeben, was auf einen drohenden Kollaps des Systems hindeutet. Trotz einer Vergütungserhöhung im Jahr 2019, von der nur ein Teil bei den Betreuern ankam, und einer Inflationsausgleichs-Sonderzahlung von 7,50 Euro pro Betreuung und Monat seit Anfang 2024, die auf 24 Monate befristet ist, reichen die Einnahmen oft nicht aus, um gestiegene Kosten für Energie, Personal und Mieten zu decken. Der Bundesverband der Berufsbetreuer (BdB) kritisiert, dass Berufsbetreuer von der allgemeinen Lohnentwicklung im sozialen Bereich abgekoppelt sind.
Die zum 1. Januar 2023 in Kraft getretene Betreuungsrechtsreform hatte das Ziel, die Selbstbestimmung der betreuten Menschen zu stärken und die Qualität der rechtlichen Betreuung zu verbessern. Sie führte unter anderem eine Registrierungspflicht für Berufsbetreuer ein, um deren Eignung und Professionalität zu sichern. Doch diese Reform hat auch zu einem Mehraufwand und neuer Bürokratie geführt, für die keine zusätzliche Vergütung vorgesehen ist. Dies erschwert die Lage der Berufsbetreuer zusätzlich und gefährdet die Erreichung der eigentlich positiven Ziele der Reform.
Angesichts dieser anhaltenden Probleme fordert der BdB dringend Maßnahmen. Der Verband warnt davor, dass ohne umgehendes Handeln viele Berufsbetreuer ihre Tätigkeit einstellen werden, was die Unterstützung für über eine Million Menschen in Deutschland gefährden würde. Erst kürzlich, am 11. Juni 2026, protestierten etwa 60 Berufsbetreuer vor der Justizministerkonferenz in Hamburg, um auf ihre Forderungen nach einer nachhaltigen und leistungsgerechten Vergütung, weniger Bürokratie und bundesweit einheitlichen digitalen Strukturen aufmerksam zu machen. Für RADIO REEPERBAHN Hamburg bleibt festzuhalten, dass der Kampf von Berufsbetreuerinnen wie Lydia Rensen gegen Zeitdruck und Bürokratie ein Brennpunkt ist, der dringender politischer Aufmerksamkeit bedarf, um das soziale Netz für vulnerable Menschen in unserer Stadt und im ganzen Land zu stärken.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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