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Ermittlungen wegen Sabotage an Umspannwerk in Bergheim

today2. September 2026 7

Hintergrund
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Nach einer Störung an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Bergheim ermitteln die Behörden wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach von einem Anfangsverdacht und betonte, dass fremdstaatlich gelenkte Sabotage oder linksextremistische Hintergründe als Motiv geprüft würden, wobei beides derzeit nicht ausgeschlossen werden könne. Unbekannte Täter sollen dabei Kabel über die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht haben.

Die Polizei wurde am Dienstagabend gegen 20 Uhr zunächst wegen einer technischen Störung zu der Anlage im Rhein-Erft-Kreis bei Köln gerufen. Schon in den frühen Morgenstunden des Mittwochs hieß es jedoch, man gehe nicht von einem technischen Defekt aus, sondern von einer „vorsätzlichen Tat, einer Straftat“. Bei den Ermittlungen wurden in einem Feld nahe des Umspannwerks sechs Abschussvorrichtungen gefunden, die mutmaßlich dazu dienten, mit pyrotechnischen Gegenständen einen Draht über die Stromleitungen zu befördern. Der Kurzschluss führte dazu, dass fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke von RWE an den Standorten Bergheim und Grevenbroich vorübergehend vom Netz gingen. Eine Gefährdung der allgemeinen Stromversorgung für Haushalte bestand jedoch zu keinem Zeitpunkt; die Systemstabilität sei stets gewährleistet gewesen, wie NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und der Netzbetreiber Amprion versicherten.

Der Vorfall in Bergheim ist nicht der einzige dieser Art in jüngster Zeit. Am selben Dienstag wurde auch ein Umspannwerk in Brandenburg angegriffen, wo unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt wird. Innenminister Reul prüft einen möglichen Zusammenhang zwischen den beiden Taten. In der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Anschläge auf die Strominfrastruktur, wie im Januar (vermutlich 2026) in Berlin, wo mutmaßlich Linksextreme Starkstromleitungen in Brand setzten, oder ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke Anfang des Jahres, der Zehntausende ohne Strom ließ. Eine linksextremistische Gruppe bekannte sich zudem zu einem Anschlag auf einen Strommast in Brandenburg, der das Tesla-Werk in Grünheide lahmlegte.

Derartige Angriffe richten sich gegen die sogenannte Kritische Infrastruktur (KRITIS), zu der Anlagen und Systeme der Energieversorgung von hoher Bedeutung für das Gemeinwesen zählen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor einer erhöhten Gefährdung durch Sabotageaktivitäten, wobei seit 2023 Hinweise auf russische Aktivitäten in Europa zunehmen. Gleichzeitig sieht der Verfassungsschutz Angriffe auf kritische Infrastrukturen auch als Mittel gewaltorientierter Linksextremisten, um den „repressiven Staat“ anzugreifen und seine „kapitalistischen Profitinteressen“ zu stören.

Zum Schutz dieser essenziellen Infrastrukturen hat der Bundestag das sogenannte „Kritis-Dachgesetz“ beschlossen, das bundesweit einheitliche Mindeststandards für die physische und digitale Sicherheit festlegen soll. Das Gesetz verpflichtet Betreiber, angemessene Schutzmaßnahmen zu treffen und sicherheitsrelevante Vorfälle zu melden. Kritiker bemängeln jedoch, dass die konkreten Rechtsverordnungen noch fehlen und eine vollständige Umsetzung erst gegen Ende 2027 oder gar 2030 erwartet wird, was angesichts der Bedrohungslage als zu langsam erachtet wird. Experten betonen, dass trotz aller Vorkehrungen, die von Unternehmen geleistet werden, eine hundertprozentige Sicherheit aufgrund der schieren Größe der Infrastruktur nicht gewährleistet werden kann.

Symbolbild – Foto: Markus Winkler / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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