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Sparkurs: Hamburger Hochschulen bauen Studienplätze ab

today4. September 2026 1

Hintergrund
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Hamburgs Hochschullandschaft sieht sich mit weitreichenden Sparmaßnahmen konfrontiert, die in den kommenden Jahren zu erheblichen Einschnitten führen werden. Wie bereits bekannt, ist die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg bis 2030 von der Streichung von rund 660 Studienplätzen betroffen. Doch auch die Universität Hamburg und die HafenCity Universität (HCU) müssen ihre Kapazitäten deutlich reduzieren, was die Qualität von Studium und Lehre in der Hansestadt bedroht.

Die Universität Hamburg, eine der zehn Exzellenzuniversitäten Deutschlands, steht trotz dieses Status unter erheblichem Konsolidierungsdruck. Die Universitätsleitung berichtet von einem strukturellen Haushaltsdefizit von rund 22 Millionen Euro, da das gestiegene Gesamtbudget nicht ausreicht, um Kostensteigerungen, den wachsenden Aufgaben- und Investitionsbedarf vollständig auszugleichen. Die Auswirkungen der Sparmaßnahmen sind für Studierende und Lehrende bereits spürbar: Die Staats- und Universitätsbibliothek kann neue Literatur nur noch eingeschränkt anschaffen, und Bibliotheksangebote wie Öffnungszeiten geraten zunehmend unter Druck. Auch internationale Austauschprogramme sind gefährdet, und es drohen überfüllte Seminare und gestrichene Kurse. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) hat angesichts dieser Lage bereits öffentlich davon abgeraten, ein Studium an der Universität Hamburg zu beginnen. Als Ursachen für die gestiegenen Kosten werden die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukrainekrieges, die Energiekrise, anhaltende Inflation sowie massiv gestiegene Investitionen in Cybersicherheit, IT-Infrastruktur und Digitalisierung genannt.

Besonders drastisch stellt sich die Situation an der HafenCity Universität dar. Für das Jahr 2028 ist eine nahezu Halbierung des Etats geplant. Der Akademische Senat, der Hochschulrat und der Personalrat der HCU haben in einem Brandbrief vor einer „existenziellen Krise“ gewarnt. Dies würde den Abbau von 20 Prozent der Stellen, also 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Wissenschaft und Verwaltung, sowie das sofortige Einstellen von bestehenden und geplanten Studiengängen und Berufungsverfahren bedeuten. Die Oppositionsparteien CDU und Linksfraktion kritisieren diese pauschalen Kürzungen als „ohne Sinn und Verstand“ und „kurzsichtig“. Die Wissenschaftsbehörde begründet die Kürzung hingegen mit dem Abbau außergewöhnlich hoher Rücklagen der HCU.

Neben der HAW, die bis 2030 660 Studienplätze abbauen muss, haben die Universität Hamburg und die HAW bereits gemeinsam bekannt gegeben, dass der Masterstudiengang Pflege- und Therapiewissenschaften eingestellt wird. Die Landeshochschulkonferenz (LHK), die die neun staatlichen Hochschulen der Hansestadt vertritt, blickt mit großer Sorge auf die geplanten finanziellen Rahmenbedingungen für die Hochschulen im Entwurf der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG). Sie warnt, dass steigende Personal-, Energie- und Sachkosten bei unzureichender Gegenfinanzierung die Hochschulen zu Konsolidierungsmaßnahmen zwingen, die Studienangebote, Personal, Forschung, internationale Kooperationen, Digitalisierung und Wissenstransfer betreffen. Die LHK fordert daher einen langfristig tragfähigen Finanzierungspfad, der die tatsächliche Kostenentwicklung berücksichtigt und den Hochschulen Planungssicherheit gibt.

Der Hamburger Senat hat zwar einen Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/28 vorgelegt, der die bis Ende 2027 geltenden Zukunftsverträge mit einer jährlichen Etatsteigerung von zwei Prozent sowie den Beitrag zur Exzellenzstrategie absichert. Die Wissenschaftsbehörde nimmt die Sorgen angesichts der angespannten Haushaltslage nach eigenen Angaben ernst und verweist auf geplante Investitionen, insbesondere den Hamburger Investitionsbooster. Dennoch bleiben viele Fragen zur Finanzierung der Hochschulen nach 2027 offen und sind Teil laufender Verhandlungen mit der Politik. Der Hamburger Rechnungshof fordert indes weitergehende „harte Sparmaßnahmen“ und „spürbare Einschnitte“ in verschiedenen Bereichen, einschließlich der Bildung.

Symbolbild – Foto: Yan Krukau / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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