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Ein mutmaßlicher Brandanschlag nahe eines Rüstungsunternehmens in München sorgt für erhöhte Alarmbereitschaft bei den deutschen Sicherheitsbehörden. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios gibt es starke Hinweise darauf, dass die Tat im Auftrag eines russischen Geheimdienstes verübt worden sein könnte, was auf einen hybriden Hintergrund der Attacke hindeutet. Im Zuge der Ermittlungen wurden bereits zwei Personen festgenommen.
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum Donnerstag auf einer Baustelle direkt vor der Firmenzentrale des Technologie- und Rüstungskonzerns Rohde & Schwarz. Mehrere Brandsätze wurden dort aus einem fahrenden Auto geworfen, wobei es nahe einiger Baucontainer zu geringfügigem Sachschaden kam. Eine Polizeistreife konnte die Flammen schnell löschen. Ein weiterer Brandsatz zündete nicht und musste von Spezialkräften des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) entschärft werden, wofür der Bereich weiträumig abgesperrt wurde. Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand.
Die bayerischen Behörden, darunter das LKA und Innenminister Joachim Herrmann, gehen von einem politischen Hintergrund der Straftaten aus und sehen ein Rüstungsunternehmen als klares Ziel des Anschlags. Die aktuelle Attacke ereignet sich nur kurz nach Drohungen aus Moskau: Erst kürzlich hatte der Vizechef des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, Angriffe auf deutsche Militärtechnik-Produktionsstätten angedroht, als Reaktion auf deutsche Konsequenzen nach einer russischen Drohnenattacke. Die Sicherheitsbehörden sehen den Vorfall im Kontext einer Zunahme hybrider Angriffe in Europa, die sich gegen Rüstungsunternehmen richten, darunter Explosionen in Bulgarien und Italien sowie Brände in Polen.
Im Zuge einer eingeleiteten Fahndung konnten eine 28-jährige Frau und ein 38-jähriger Mann mit bulgarischer Staatsbürgerschaft an einer nahegelegenen Tankstelle festgenommen werden. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, ob die beiden Festgenommenen mit der Tat in Verbindung stehen und möglicherweise als sogenannte „Low-Level-Agenten“ im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes gehandelt haben. Dieser Begriff beschreibt unauffällige Helfer, die für Spionage- oder Sabotageakte rekrutiert werden und deren Aktivitäten nur schwer zu erkennen sind.
Die Bundesanwaltschaft hat bereits in der Vergangenheit vor einer Zunahme russischer Spionageaktivitäten in Deutschland gewarnt, insbesondere seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Diese Aktivitäten konzentrieren sich zunehmend auf kritische Infrastruktur sowie die deutsche Rüstungs- und Verteidigungsindustrie. Erst im April dieses Jahres wurde beispielsweise ein kasachischer Staatsbürger in Berlin festgenommen, dem vorgeworfen wird, für einen russischen Geheimdienst Informationen über die deutsche Rüstungsindustrie gesammelt zu haben. Die Ermittlungen im aktuellen Fall in München laufen auf Hochtouren, um die genauen Hintergründe und Verantwortlichen aufzuklären.
Symbolbild – Foto: Vladimir Shipitsin / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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