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Unbefristete Streiks in den deutschen Seehäfen drohen, nachdem die Mehrheit der Hafenbeschäftigten ein neues Arbeitgeberangebot abgelehnt hat. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bereitet nun eine Urabstimmung vor, die bis zum 1. Oktober 2026 laufen wird. Dieses Vorgehen der Gewerkschaft folgt auf eine intensive Befragung, bei der sich 64,7 Prozent der teilnehmenden Beschäftigten gegen die Annahme des jüngsten Angebots des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) aussprachen. Insgesamt hatten über 5.500 Hafenarbeiter an dieser Rückkopplungsrunde teilgenommen.
Dem aktuellen Tarifkonflikt liegt eine Forderung von ver.di zugrunde, die eine Erhöhung der Stundenlöhne um 8,2 Prozent, mindestens aber um 2,50 Euro pro Stunde, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten vorsieht. Ziel ist es, insbesondere die unteren Entgeltgruppen zu stärken. Die Verhandlungen, die bereits mehrere Runden und auch Warnstreiks umfassten, konnten bisher keine Einigung erzielen. In den Wochen zuvor hatte ver.di bereits zu 48-stündigen Warnstreiks aufgerufen, unter anderem im Hamburger Hafen vom 2. bis 4. September 2026, nachdem ein früheres Angebot der Arbeitgeber mehrheitlich abgelehnt worden war.
Das nunmehr abgelehnte Angebot des ZDS, das in der vierten Verhandlungsrunde vorgelegt wurde, sah eine Erhöhung der Stundenlöhne um 3,4 Prozent rückwirkend zum 1. August 2026 vor, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich sollte das Urlaubsgeld für alle Beschäftigten um 200 Euro steigen, und Mitarbeiter in umsatzstarken Containerbetrieben (sogenannte A-Betriebe) sollten ab dem 1. Januar 2027 eine zusätzlich um 416 Euro erhöhte Jahrespauschale erhalten. Die Beschäftigten bemängelten jedoch insbesondere das Fehlen einer sozialen Komponente, die sich verstärkt auf die unteren Lohngruppen ausgewirkt hätte.
Die drohenden unbefristeten Streiks könnten weitreichende Folgen für die deutschen Seehäfen in Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Emden, Brake und Wilhelmshaven haben. Bereits die vorherigen Warnstreiks führten zu erheblichen Einschränkungen bei der Schiffsabfertigung und dem Umschlag von Containern sowie zu Verzögerungen bei Vor- und Nachläufen. Ein länger andauernder Arbeitskampf würde die Lieferketten massiv belasten und könnte zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen.
Die eingeleitete Mitgliederbefragung zur Urabstimmung läuft noch bis zum Abend des 1. Oktober 2026. Erst wenn mindestens 75 Prozent der zur Befragung aufgerufenen ver.di-Mitglieder für die Ablehnung des Angebots und die Einleitung unbefristeter Streiks stimmen, wird die Bundestarifkommission über das Scheitern der Verhandlungen und die Aufnahme dauerhafter Arbeitskampfmaßnahmen beraten und entscheiden. Sollte es zu unbefristeten Streiks kommen, hat ver.di-Verhandlungsführerin Sylvi Krisch bereits angedeutet, dass die Verhandlungen im Zweifel ergebnisoffen und von vorn beginnen könnten.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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