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Im Hamburger Rathaus wurde heute der renommierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft an die finnische Zellforscherin Sara Wickström verliehen. Sie erhält die Auszeichnung für ihre bahnbrechende Entdeckung eines bisher unbekannten Mechanismus, wie Zellen ihre Umgebung wahrnehmen. Der Körber-Preis ist mit einer Million Euro dotiert und gilt als einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise weltweit. Die Körber-Stiftung würdigt damit jährlich exzellente und zukunftsweisende Forschungsansätze mit hohem Anwendungspotenzial. Bemerkenswert ist, dass bisher acht Preisträgerinnen und Preisträger des Körber-Preises später auch den Nobelpreis erhielten.
Sara Wickström, die finnische Medizinerin und Zellbiologin, ist Direktorin am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und Forschungsdirektorin an der medizinischen Fakultät der Universität Helsinki. Ihre bahnbrechende Forschung zeigt, dass Zellen physische Kräfte wie Druck und Zug wahrnehmen und diese Signale bis in ihr Erbgut verarbeiten können. Diese mechanische Einwirkung kann einzelne Gene an- oder abschalten, was wiederum einen entscheidenden Einfluss darauf hat, wie sich eine Zelle entwickelt oder wie Gewebe nach Verletzungen heilt. Dies stellt eine grundlegende Erweiterung des bisherigen Verständnisses dar, welches davon ausging, dass Zellen hauptsächlich durch ihr genetisches Programm und chemische Botenstoffe gesteuert werden.
Mit ihren Erkenntnissen gilt Wickström als eine der Begründerinnen der Zellkern-Mechanobiologie, einem neuen Forschungsfeld, das den Einfluss physischer Kräfte auf Zellen untersucht. Ihre Forschung verdeutlicht, dass Zellen – beispielsweise in der Haut – sich durch Veränderungen ihrer inneren Architektur an spezifische Belastungen anpassen können. Mechanische Signale dringen dabei bis in den Zellkern vor und beeinflussen dort die Struktur des Chromatins, des Gemischs aus DNA und Proteinen, wodurch die Ablesbarkeit von Genen verändert wird. Dies gilt auch für die Stammzellen, aus denen kontinuierlich neue Hautzellen gebildet werden.
Langfristig kann Wickströms Forschung maßgeblich zur Entwicklung neuer Therapien gegen Krebs, Organvernarbungen und andere, oft altersbedingte Erkrankungen beitragen. Die Preisgelder möchte sie nutzen, um die faszinierende Welt der Epigenetik entscheidend zu bereichern und insbesondere die Frage nach dem „Gedächtnis der Zellen“ zu erforschen. Dies könnte Wege aufzeigen, wie Vernarbungen an Organen wie Haut, Lunge und Nieren verhindert und behandelt werden können.
Die feierliche Übergabe der Auszeichnung fand am 18. September 2026 im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses statt. Hamburgs Erster Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung von Wickströms Entdeckungen und betonte, dass sich daraus neue Ansätze für die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen ergeben. Die Körber-Stiftung fördert mit diesem Preis seit 1985 jährlich europäische Spitzenforscher für ihre wegweisenden Arbeiten.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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