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Rund 88.000 Menschen haben eine Petition gegen die geplanten Kürzungen bei der Schulbegleitung in Hamburg unterzeichnet. Diese wurde heute an Bildungssenatorin Ksenija Bekeris übergeben. Die Online-Petition „Keine Kürzungen bei Schulbegleitung in Hamburg“ auf Change.org, initiiert von Schulbegleiterin Nicole Singh, fordert eine verlässliche Finanzierung und den Erhalt individueller Unterstützung für Inklusionskinder. Unterstützt wird die Forderung auch von der Gewerkschaft GEW Hamburg und dem Sozialverband SoVD Hamburg.
Auslöser des breiten Protests sind die von der Schulbehörde geplanten Änderungen, die zum Schuljahr 2026/27 in Kraft treten sollen. Kritiker befürchten, dass künftig weniger pädagogische Fachkräfte und stattdessen vermehrt Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) eingesetzt werden. Zudem sollen sogenannte „Poollösungen“ Einzelfallhilfen in Teilen ersetzen und die Bewilligungskriterien strenger angewandt werden. Laut Petition könnte dies dazu führen, dass Kinder nicht mehr regulär die Schule besuchen können und Eltern ihre Berufstätigkeit aufgeben müssen. Besonders kritisiert wird auch, dass Kinder mit bestimmten sonderpädagogischen Förderbedarfen (Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung) im ersten Jahr möglicherweise gar keine Schulbegleitung mehr erhalten könnten.
Bildungssenatorin Ksenija Bekeris weist die Vorwürfe pauschaler Kürzungen oder einer „Abwicklung“ der Schulbegleitung entschieden zurück. Sie betont, dass Inklusion an Hamburgs Schulen nicht zur Debatte stehe und der individuelle Unterstützungsbedarf jedes Kindes weiterhin maßgeblich sei. Die Behörde entwickle lediglich das Bewilligungsverfahren weiter, um Entscheidungen transparenter und bedarfsgerechter zu gestalten. Für das Jahr 2027 sind nach Angaben der Behörde rund 44 Millionen Euro für die Schulbegleitung eingeplant, im Vergleich zu 6,75 Millionen Euro im Jahr 2014 und rund 42,15 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Die Zahl der Schulbegleitungen ist von 1.574 im Schuljahr 2014/2015 auf 4.011 im aktuellen Schuljahr 2025/2026 gestiegen, ein Aufwuchs, der sich nach Ansicht der Senatorin fachlich nicht vollständig erklären lasse, da Spielräume bei der Bewilligung teilweise sehr weit gefasst worden seien.
Die Senatorin räumte zudem ein, dass ein von der Schulbehörde versandtes Schreiben an die Schulen im Vorfeld der Sommerferien „nicht klug durchdacht“ gewesen sei und für Verunsicherung sorgte. Als Reaktion auf die massiven Proteste wurden in den Sommerferien 540 Fälle neu geprüft. Von diesen waren 344 Verfahren abgeschlossen, wobei in 256 Fällen eine Schulbegleitung bewilligt und in 20 Fällen die ursprüngliche Entscheidung beibehalten wurde. Weitere 196 Fälle befanden sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch in der Prüfung.
Die Übergabe der Petition und der anschließende fachliche Austausch mit Senatorin Bekeris unterstreichen die anhaltende und intensive Debatte um die Zukunft der Schulbegleitung in Hamburg. Während Eltern und Verbände eine Gefährdung der Inklusion befürchten und den Erhalt individueller Unterstützung fordern, betont die Schulbehörde die Notwendigkeit, das Bewilligungsverfahren anzupassen und Ressourcen gezielter einzusetzen, ohne dabei den Rechtsanspruch auf Schulbegleitung in Frage zu stellen.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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