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Der Bau des ambitionierten „Null-Emissions-Hauses“ in der Hamburger HafenCity macht gute Fortschritte, auch wenn das Projekt, das in Zukunft mehr Energie erzeugen als verbrauchen soll, teurer wird als ursprünglich veranschlagt. Das Gebäude, das auch als „Energie-Plus-Haus“ bezeichnet wird, entsteht im Kreuzungsbereich San-Francisco-Straße/Am Dalmannkai und soll die letzte städtebauliche Lücke in der westlichen HafenCity schließen. Es ist als zukünftiger Hauptsitz der HafenCity Hamburg GmbH geplant und soll ein europaweites Pionierprojekt für CO2-neutrales Bauen über den gesamten Lebenszyklus darstellen – von der Errichtung über den Betrieb bis zum möglichen Rückbau und der Entsorgung.
Für die Realisierung des Vorzeigeprojekts zeichnet das Berliner Architekturbüro Heinle Wischer und Partner verantwortlich, das einen Architekturwettbewerb für den Entwurf gewann. Das Konzept sieht eine über dem Erdgeschoss modulare Holzkonstruktion vor, da Holz die Anforderungen an Kreislaufwirtschaft und Emissionsneutralität besonders gut erfüllt. Zur Energieerzeugung werden Photovoltaikmodule an der Südfassade und auf dem Dach installiert, ergänzt durch die Nutzung von Geothermie. Darüber hinaus wird das Gebäude eine großflächige Fassaden- und Dachbegrünung von über 50 Prozent aufweisen, die zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen soll.
Das „Null-Emissions-Haus“ ist nicht nur auf maximale Energieeffizienz ausgelegt, sondern auch auf eine zirkuläre Bauweise nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip, bei der die Wiederverwertbarkeit der Materialien von Anfang an in die Planung einbezogen wird. Eine Besonderheit ist zudem der Verzicht auf Pkw-Stellplätze zugunsten von bis zu 150 Fahrradstellplätzen, um umweltfreundliche Mobilität zu fördern. Die Planung erfolgte ganzheitlich mittels Building Information Modeling (BIM), was eine vernetzte Entwicklung verschiedener Disziplinen und eine detaillierte CO2-Bilanzierung ermöglicht. Auch das Erdgeschoss ist für öffentliche Nutzungen wie Läden, Ausstellungen oder Dienstleistungen vorgesehen, um den Stadtraum zu beleben.
Allerdings sind die ursprünglich veranschlagten Kosten von 39 Millionen Euro für das sechsgeschossige Bürogebäude auf rund 64 Millionen Euro explodiert, was einer Steigerung von 64 Prozent entspricht. Zudem wird sich die Fertigstellung deutlich verzögern. Statt der ursprünglich angepeilten Fertigstellung im Jahr 2024 wird nun mit September 2027 gerechnet. Gründe für diese Verzögerungen und Kostensteigerungen sind unter anderem technische Probleme, ein mehrmonatiger Baustopp aufgrund von Lärmbeschwerden bei Rammarbeiten sowie ein Materialwechsel, da die ursprünglich vorgesehene sibirische Lärche infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine nicht mehr verwendet werden kann.
Trotz der Herausforderungen bleibt das Projekt ein zentraler Baustein in den Zukunftsstrategien der HafenCity Hamburg GmbH für innovatives und nachhaltiges Bauen und soll eine neue Benchmark für zukünftige Bauvorhaben in der Stadt setzen. Mit einer Bruttogrundfläche von 8.611 m² wird das Gebäude am Westfield-Überseequartier gelegen sein und die Bemühungen Hamburgs um Klimaschutz und ökologisches Bauen unterstreichen.
Symbolbild – Foto: Wolfgang Weiser / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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