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Sicherheitskonferenz in Harburg debattiert über Suchthilfe Abrigado

today7. Juli 2026 3

Hintergrund
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Bei einer Sicherheitskonferenz in Harburg wurde kürzlich intensiv über die Zukunft der Drogenhilfeeinrichtung Abrigado debattiert, nachdem es im Juni zu mehreren Schießereien im Umfeld gekommen war. Anwohner und Eltern von benachbarten Schulen forderten dabei eine Verlegung und einen Neubau der Einrichtung, um die Sicherheit und Lebensqualität im Quartier zu verbessern. Die Konferenz griff damit die Besorgnis auf, die sich nach den jüngsten Gewalttaten im Bezirk Harburg verstärkt hatte.

Die Situation eskalierte im Juni, als es innerhalb weniger Tage zu zwei Schusswechseln im Umfeld des Abrigado am Schwarzenberg kam. Am 13. Juni fielen laut Zeugenaussagen vier Schüsse von der Schwarzenbergstraße in Richtung der Einrichtung, wobei Einschläge in Bäumen und einer Parkbank gefunden wurden. Eine große Polizeifahndung mit Streifenwagen, Hubschrauber und Drohne folgte. Nur wenige Tage später, am 15. Juni, kam es zu einer weiteren Schießerei in der Nähe des Abrigado am Helmsweg, bei der eine Person verletzt wurde. Diese Vorfälle versetzten eine benachbarte Schule in höchste Alarmbereitschaft und lösten bei Schülern und Eltern erhebliche Ängste aus. Die wiederholten Gewalttaten verdeutlichten die angespannte Lage, die bereits durch frühere Polizeieinsätze im Umfeld der Einrichtung bekannt war.

Die Drogenhilfeeinrichtung Abrigado, betrieben vom freiraum hamburg e.V., dient als niedrigschwellige Kontakt- und Beratungsstelle für drogengebrauchende Menschen in Hamburg-Harburg. Sie bietet einen integrierten Drogenkonsumraum, eine interne Ambulanz sowie Überlebenshilfe in Form von warmen Mahlzeiten und Getränken. Seit über zwanzig Jahren leistet Abrigado wichtige soziale Arbeit, ist jedoch in den letzten Jahren an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Ursprünglich für rund 80 tägliche Nutzer ausgelegt, besuchen heute bis zu 250 Hilfesuchende die Einrichtung, viele davon wohnungslos. Der aktuelle Standort an der Schwarzenbergstraße 74 entspricht nach Angaben der Behörden nicht mehr den Anforderungen, und im Umfeld hat sich eine Dealer-Szene sowie ein Kriminalitätsschwerpunkt entwickelt, was seit Jahren zu Beschwerden von Anwohnern und Eltern führt.

Eine Verlegung des Abrigado an einen neuen Standort wird daher bereits seit längerer Zeit diskutiert und geplant. Im April 2021 wurde bekannt gegeben, dass ein Neubau an der Buxtehuder Straße 31 entstehen soll, der nicht nur das Abrigado, sondern auch die Harburger Tafel sowie Wohnungen für „Fördern & Wohnen“ beherbergen wird. Dieser Schritt wurde von politischen Akteuren wie den SPD- und Grünen-Fraktionen begrüßt, die sich schon 2018 für eine Erweiterung der Einrichtung aufgrund des gestiegenen Bedarfs eingesetzt hatten. Allerdings kritisiert die Bezirksversammlung Harburg Verzögerungen im Planungsprozess und fordert, den Umzug mit höchster Priorität voranzutreiben.

Die Elternkammer Hamburg äußerte sich tief besorgt über die unmittelbare Nachbarschaft des Abrigado zu Schulen und dem Regionalen Bildungs- und Beratungszentrum und forderte eine schnelle räumliche Entzerrung. Es gehe dabei nicht um eine Schließung, sondern um eine Verlagerung an einen besser geeigneten Standort mit größerem Abstand zu Schulen und Kindern. Die Bezirksversammlung Harburg begrüßte das öffentliche Dialogforum der Sicherheitskonferenz, um den Planungsstand, den Zeitplan für Neubau und Umzug sowie konkrete Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit und Sauberkeit bis zur Fertigstellung des Neubaus darzustellen. Bis zum Umzug wird zudem eine verlässliche Aufrechterhaltung der erhöhten Polizeipräsenz gefordert.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

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