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Der Zweitligist Hannover 96 muss eine empfindliche Geldstrafe in Höhe von fast 400.000 Euro wegen des Fehlverhaltens seiner Fans zahlen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilte den Verein zu einer Gesamtzahlung von 382.200 Euro für Verstöße in zwei Fällen. Allein für das Abbrennen von Pyrotechnik im Niedersachsenderby wurden über 230.000 Euro fällig.
Ein Großteil der Strafe, nämlich 230.400 Euro, entfällt auf das brisante Niedersachsenderby gegen Eintracht Braunschweig, das im vergangenen März ausgetragen wurde. Dort zündeten Hannoveraner Fans massiv Pyrotechnik, wodurch sich der Anpfiff zur zweiten Halbzeit verzögerte. Auch der Gegner, Eintracht Braunschweig, wurde für Pyrotechnik-Vorfälle in derselben Partie zu einer Geldstrafe von 118.200 Euro verurteilt. Ein weiterer Vorfall ereignete sich bei der Auswärtspartie von Hannover 96 beim 1. FC Magdeburg im vergangenen Januar, wofür der Verein weitere 151.800 Euro zahlen muss. Auch hier kam es zu einer längeren Spielunterbrechung.
Hannover 96 hat gegen beide Urteile Einspruch eingelegt. Der Klub bestreitet die vom DFB ermittelte Anzahl der verwendeten pyrotechnischen Gegenstände und hält die Berechnung eines Verdoppelungszuschlags von 100 Prozent wegen der Spielunterbrechungen ohne Berücksichtigung des Verschuldens des Vereins für unverhältnismäßig. Ein Teil der verhängten Strafen, konkret bis zu 76.800 Euro aus der Derby-Strafe und 50.600 Euro aus der Magdeburg-Strafe, darf von Hannover 96 für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden.
Die hohen Geldstrafen sind symptomatisch für eine Entwicklung im deutschen Fußball. In der Saison 2024/25 verhängte der DFB in den drei höchsten Ligen Strafen von rund 12 Millionen Euro für Fanvergehen, hauptsächlich wegen des Abbrennens von Pyrotechnik. Die Zahl der Pyrotechnikvorfälle ist in der Saison 2024/25 im Vergleich zur Vorsaison sogar um 73 Prozent gestiegen. Das DFB-Präsidium hat erst am 31. Juli 2026 Änderungen am Strafzumessungsleitfaden beschlossen, um die unterschiedlichen Gefährdungspotenziale von Pyrotechnik besser zu differenzieren und Klubs dazu anzuhalten, mehr Strafanteile direkt zur Bekämpfung des Einbringens von Pyrotechnik zu nutzen.
Trotz dieser Anpassungen und der Möglichkeit, einen Teil der Strafgelder für Präventionsmaßnahmen einzusetzen, gibt es weiterhin Kritik vonseiten der Vereine. Viele Klubs, darunter auch Hannover 96, sehen die Wirksamkeit des aktuellen Strafmodells infrage gestellt und fordern praktikablere Lösungen, um die Sicherheit in den Stadien zu gewährleisten und gleichzeitig die Fankultur zu erhalten.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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