Hamburg Update

Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge stockt weiter

today3. November 2026

Hintergrund

Der geplante Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge in Hamburg verzögert sich erneut. Obwohl bereits im vergangenen Jahr ein Siegerentwurf vorgestellt wurde, sind vor Ort bislang keine weiteren Arbeiten erfolgt. Diese anhaltende Stagnation wirft Fragen auf, da die Wiedererrichtung der Synagoge als zentrales Symbol für jüdisches Leben und als Mahnmal gegen Antisemitismus in der Hansestadt von großer Bedeutung ist.

Der im September 2025 einstimmig gekürte Siegerentwurf stammt von einem Planungsteam bestehend aus Schulz und Schulz Architekten (Leipzig), Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten (beide Berlin). Er orientiert sich eng am neoromanischen Stil des 1906 eingeweihten Originals, das einst die größte Synagoge Norddeutschlands war. Das Konzept sieht einen markanten, rund 40 Meter hohen Kuppelbau mit einer gläsernen Kuppel vor, die Transparenz symbolisieren soll. Ergänzt wird das Ensemble durch schlichtere Backstein-Nebengebäude, die unter anderem die Gemeindeverwaltung, ein Café und eine Reformsynagoge beherbergen sollen. Der Entwurf verzichtet bewusst auf Zäune, um zu zeigen, dass jüdisches Leben in Hamburg nicht abgeschottet gehört.

Die Gründe für die erneuten Verzögerungen sind vielschichtig. Daniel Sheffer, Vorsitzender der Stiftung Bornplatzsynagoge, wies bereits im September 2025 auf die Komplexität der Co-Finanzierung durch Bund und Land Hamburg hin, die zahlreiche Vorschriften und damit verbundene Kostentreiber mit sich bringe. Auch die gestiegenen Sicherheitsausgaben seit dem 7. Oktober 2023 erschweren die Kalkulation der Gesamtkosten erheblich. Ein weiterer notwendiger Schritt ist der Abriss des Bunkers, der von den Nationalsozialisten auf dem historischen Grundstück errichtet wurde. Die Senatskanzlei Hamburg beabsichtigt, den Abriss noch im Jahr 2026 zu ermöglichen. Zudem wurde im Februar 2026 ein „Dialog- und Informationssystem“ beschlossen, um Anwohner im dicht besiedelten Grindelviertel umfassend über die Bauarbeiten zu informieren und mögliche Konflikte zu vermeiden.

Finanziell ist das Projekt breit aufgestellt. Der Bund hatte bereits im Dezember 2020 zugesagt, 65 Millionen Euro zum Wiederaufbau beizutragen, die Stadt Hamburg will die andere Hälfte des damals geschätzten Budgets von 130 Millionen Euro tragen. Im November 2023 bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestages weitere 13,2 Millionen Euro, die über die Jahre 2024 und 2025 verteilt, unter anderem den Architekturwettbewerb und Vorarbeiten für den Bunkerabriss finanzieren. Dies unterstreicht die Entschlossenheit der öffentlichen Hand, das Projekt zu realisieren.

Für die Bürgerinnen und Bürger Hamburgs, die sich durch Medien wie RADIO REEPERBAHN stets über lokale Entwicklungen informieren, bleibt die Entwicklung spannend. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Philipp Stricharz, wird im November 2026 bei einer Veranstaltung in Hamburg den aktuellen Stand der Wiederaufbaupläne detailliert erläutern. Dort soll auch erörtert werden, wann der erste Spatenstich erfolgen kann und wann die Stadt Hamburg endlich wieder ihre große Synagoge am Bornplatz haben wird. Eine im Jahr 2022 veröffentlichte Machbarkeitsstudie hatte den Baubeginn noch für 2029 in Aussicht gestellt. Der Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge ist ein langfristiges und komplexes Vorhaben, das jedoch als starkes Zeichen gegen Antisemitismus und für die Sichtbarkeit jüdischen Lebens in der Stadt gilt.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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