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today3. November 2026
Ein bemerkenswerter Anstieg bei den sogenannten Wiedergutmachungs-Einbürgerungen ist seit 2023 zu verzeichnen, eine Entwicklung, die besonders für RADIO REEPERBAHN und unsere Zuhörer in Hamburg von Interesse ist. Immer mehr Israelis mit deutschen Wurzeln nutzen die Möglichkeit der deutschen Staatsbürgerschaft, die Nachfahren von NS-Opfern im Rahmen der Wiedergutmachung offensteht. Dieser starke Zuwachs der Antragszahlen hat weitreichende historische und aktuelle Bezüge.
Die Grundlage für diese Wiedergutmachungs-Einbürgerungen bildet Artikel 116 Absatz 2 des Grundgesetzes. Dieser Artikel gewährt ehemaligen deutschen Staatsangehörigen, denen die Staatsbürgerschaft zwischen 1933 und 1945 aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen wurde, sowie deren Nachkommen einen Anspruch auf Wiedereinbürgerung. Eine maßgebliche Erweiterung des Kreises der Berechtigten erfolgte durch einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts im Mai 2020 und eine Gesetzesänderung im August 2021. Dadurch können nun auch Personen die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten, die aufgrund der NS-Verfolgung nie die Staatsbürgerschaft erwerben konnten oder diese auf andere Weise verloren haben, was beispielsweise ehelich geborene Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter sowie nichtehelich geborene Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter einschließt, die zuvor nicht anspruchsberechtigt waren.
Der signifikante Anstieg der Anträge seit 2023 wird von Experten vielfach als Reaktion auf die verschärfte Sicherheitslage in Israel gedeutet, insbesondere nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Gazakrieg. Viele Antragsteller sehen in der deutschen Staatsbürgerschaft eine wichtige Absicherung und einen „Plan B“ für ihre Zukunft. Dieses historische Bewusstsein, eine zweite Option zu haben, ist tief in der jüdischen Geschichte verwurzelt. Zugleich genießt Deutschland, auch bei jenen Antragstellern in Israel, die noch nie hier waren, ein positives Image als liberale Demokratie und pluralistisches Land.
Die Zahlen des Bundesverwaltungsamtes unterstreichen diesen Trend eindrucksvoll. Allein im Jahr 2025 erhöhte sich die Zahl der Wiedergutmachungs-Einbürgerungen um knapp 60 Prozent auf rund 11.500 Personen. Fast die Hälfte der seit 2023 gestellten Anträge stammt aus Israel. Konkret erhielten im Jahr 2025 über 5.900 Israelis die deutsche Staatsbürgerschaft auf diesem Weg, eine deutliche Steigerung gegenüber den rund 3.600 Fällen im Vorjahr. Auch aus den USA kommen verstärkt Anträge, mit knapp 3.000 Einbürgerungen im Jahr 2025. Insgesamt haben seit Anfang 2021 über 52.000 Menschen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, wobei das Bundesverwaltungsamt im gleichen Zeitraum über 101.000 Anträge verzeichnete.
Diese Entwicklung zeigt nicht nur die anhaltende Bedeutung der historischen Wiedergutmachung, sondern auch das Vertrauen in Deutschland als sicheren Hafen und Heimat. Es ist ein lebendiges Zeichen dafür, wie die Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen bis heute nachwirken und wie Deutschland versucht, durch solche Maßnahmen eine späte, aber wichtige Form der Gerechtigkeit zu ermöglichen.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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