Hamburg Update

Neumühlen: Kaimauer-Promenade wieder frei

today7. Oktober 2026 4

Hintergrund
share close

Nach einer umfassenden und mehrjährigen Sanierung ist die beliebte Elbpromenade in Hamburg-Neumühlen wieder vollständig für die Öffentlichkeit freigegeben. Ein Teilstück der Kaimauer war bereits im Herbst 2017 abgesackt, was umfangreiche Reparaturarbeiten nach sich zog, die nun abgeschlossen werden konnten. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit an der Kaimauer Neumühlen-Westkai können Fußgänger und Radfahrer den Weg entlang der Elbe ab sofort wieder uneingeschränkt nutzen.

Die Schäden an der Kaimauer wurden im Herbst 2017 festgestellt, als sich die Spundwand erheblich verformte und die dahinterliegende Elbpromenade absackte. Umfangreiche Untersuchungen ergaben, dass die Ursache für das Absacken der Kaimauer hauptsächlich auf einen Baufehler aus den 1980er-Jahren zurückzuführen war. Damals wurde der 1983 neu errichtete Kaimauerabschnitt mit einer historischen Uferwand aus den Jahren 1876/1878 zusammengeführt, deren Eigenschaften nicht den damaligen Annahmen entsprachen. Zusätzlich trugen fehlerhafte Bodenkennwerte, ein unterschätzter Wasserdruck sowie sogenannte Kolke – wassergefüllte Vertiefungen im Flussbett – zur Instabilität bei. Die Standsicherheit der Kaimauer war nicht mehr gewährleistet, weshalb die Promenade Ende 2017 kurzfristig gesperrt werden musste.

Die dauerhafte Behebung des Schadens erforderte einen vollständigen Neubau der Kaimauer, der auch einen angrenzenden Abschnitt aus dem Jahr 1955 umfasste und durch eine vorgesetzte neue Uferwand realisiert wurde. Zunächst wurden im Jahr 2020 temporäre Sicherungsmaßnahmen wie die Installation einer Drainage auf der Landseite und die Verfüllung der Kolke vorgenommen. Die eigentlichen Bauarbeiten für den Neubau der Kaimauer begannen im April 2024. Das Vorhaben gestaltete sich als technisch äußerst anspruchsvoll und war von Verzögerungen geprägt, unter anderem durch die Corona-Pandemie, die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Materiallieferungen – insbesondere von rund 2.200 Tonnen Stahlspundwänden und Stahlrohren – sowie aufgrund der Komplexität der festgestellten Schäden, die größer waren als ursprünglich angenommen.

Die Gesamtkosten für die Sanierung der Kaimauer am Neumühlen Westkai belaufen sich auf rund 49 Millionen Euro. Bauherr der Maßnahme war der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG), eine Einrichtung der Hamburger Behörde für Finanzen und Bezirke, während die Umsetzung von der ReGe Hamburg Projekt-Realisierungsgesellschaft mbH verantwortet wurde. Finanzsenator Dr. Andreas Dressel betonte, dass die Sanierung der Hamburger Kaimauern eine herausfordernde und unverzichtbare Aufgabe sei, nicht zuletzt für die Sicherheit der Spaziergänger. Insgesamt nimmt die Freie und Hansestadt Hamburg für die Sanierung von Kaimauern, unter anderem in der Speicherstadt, am Hans-Leip-Ufer und am Steendiekkanal, rund 536 Millionen Euro in die Hand.

Die nun wieder freigegebene Promenade ist ein wichtiges Stück der Hamburger Identität und verbindet den Bereich zwischen dem Cruise Center Altona und dem Museumshafen Övelgönne. Durch die Neugestaltung und die zusätzliche Landfläche, die durch die vorgesetzte Uferwand gewonnen wurde, ist der Elbuferwanderweg für die Hamburgerinnen und Hamburger sowie für Touristen noch weitläufiger und attraktiver erlebbar. Für RADIO REEPERBAHN Hamburg bedeutet die Fertigstellung dieser wichtigen Infrastrukturmaßnahme, dass ein beliebtes Naherholungsziel in unserer Stadt wieder uneingeschränkt zur Verfügung steht.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it