Hamburg Update

Hamburg plant ein Drohnen-Abwehrsystem für rund vier Millionen Euro

today15. September 2026

Hintergrund
share close

Hamburg plant die Einführung eines hochmodernen Drohnen-Abwehrsystems mit einem Investitionsvolumen von rund 4,2 Millionen Euro. Die Hansestadt stärkt damit die Fähigkeiten ihrer Polizei im Umgang mit unbemannten Flugobjekten. Das System, das noch in diesem Jahr in Dienst gestellt werden soll, umfasst drei Detektions- und Abwehrsysteme des Unternehmens Argus Interception. Es ist darauf ausgelegt, im Ernstfall eine Abfangdrohne mittels Künstlicher Intelligenz die Verfolgung aufnehmen zu lassen und ein Netz auszuwerfen, um potenzielle Gefahren effektiv abzuwehren und verdächtige Flugobjekte zu neutralisieren.

Diese Investition ist eine Reaktion auf eine sich wandelnde Sicherheitslage. Die Zahl illegaler Drohnenflüge über kritischer Infrastruktur in Deutschland ist besonders seit Beginn des Krieges in der Ukraine angestiegen. Jüngste Vorfälle, wie der Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen Anfang August 2026, haben die Bedrohungslage als „sehr ernsten sicherheitsrelevanten Vorfall“ und „neue Gefahrenqualität“ eingestuft, was zu einer Erhöhung der Bedrohungsstufe von „abstrakt“ auf „hoch“ führte. Experten sehen in solchen gezielten Drohnenangriffen bereits den „Beginn einer hybriden Kriegsführung“.

Auch auf nationaler Ebene werden die Anstrengungen zur Drohnenabwehr massiv verstärkt. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) plant gemeinsam mit dem Rüstungsunternehmen Hensoldt und der Deutschen Telekom den Aufbau eines bundesweiten, KI-gestützten Netzes zur Detektion und Abwehr von Drohnen. Dieses Vorhaben, das auf dem „Aktionsplan Drohnen Deutschland“ basiert, sieht eine Plattform vor, die Daten von Mobilfunkmasten mit stationären Drohnen-Detektions- und Abwehranlagen an Flughäfen, Kraftwerken und Bundeswehr-Einrichtungen verknüpft, um ein umfassendes Drohnen-Luftlagebild zu erstellen. Zudem wurde bereits am 17. Dezember 2025 das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) von Bund und Ländern eröffnet, um die Kräfte in diesem Bereich zu bündeln.

Die eingesetzte Technologie, wie sie auch in Hamburg zum Tragen kommt, setzt auf eine Kombination verschiedener Sensoren, darunter RF-Detektion, Radar, optische und akustische Systeme, deren Daten durch Künstliche Intelligenz fusioniert und ausgewertet werden. Das Abfangen von Drohnen mittels Netzen durch Abfangdrohnen wird im zivilen Umfeld bevorzugt, da es im Gegensatz zu einem Abschuss die Gefahr von herabfallenden Trümmern minimiert und die Möglichkeit bietet, die gefangene Drohne als Beweismittel zu sichern. Hamburg hat in der Vergangenheit bereits erfolgreich das Projekt „Falke“ zur Drohnenabwehr am Flughafen mit dieser Methode erprobt.

Trotz dieser technologischen Fortschritte bleibt die Drohnenabwehr in Deutschland eine komplexe Herausforderung, insbesondere aufgrund der noch bestehenden fragmentierten Zuständigkeiten zwischen den Landespolizeien, der Bundespolizei und der Bundeswehr sowie eines sich entwickelnden rechtlichen Rahmens. Zwar wurde im November 2025 ein zweites Gesetz zur Änderung des Luftsicherheitsgesetzes verabschiedet, das neue Vorschriften zur Gefahrenabwehr gegen Drohnen und erweiterte Befugnisse für die Streitkräfte vorsieht, doch die Feinabstimmung der Abläufe und die Schaffung eines einheitlichen Bundesrahmens sind weiterhin entscheidend für eine lückenlose Drohnenabwehr.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet