Listeners:
Top-Hörer:
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Die Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN 90er Die 90er Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Deep Die Deephouse Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN 80er Die 80er Hits von St. Pauli
RADIO REEPERBAHN Dance Die Dance Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Malle Die Hits von Mallorca
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Schlager Die Schlager Hits von St. Pauli
Der deutsche Frauenfußball sieht sich einem zunehmenden „Transfer-Wahnsinn“ ausgesetzt, der die Bundesliga, insbesondere Vereine wie den VfL Wolfsburg, vor große Herausforderungen stellt. Immer mehr deutsche Nationalspielerinnen zieht es ins Ausland, vornehmlich nach England. VfL-Trainer Stephan Lerch warnt eindringlich vor den potenziellen Folgen dieser Entwicklung für die heimische Liga, die zunehmend mit einem „Ausverkauf“ ihrer Top-Talente kämpfen muss.
Die Gründe für die Abwanderung sind vielfältig und reichen über rein finanzielle Anreize hinaus. Die englische Women’s Super League (WSL) hat in den letzten Jahren massiv in den Frauenfußball investiert, oft mit erheblicher Unterstützung der großen Männervereine. Dies ermöglicht nicht nur attraktivere Gehälter, sondern führt auch zu einer weitreichenden Professionalisierung der Strukturen auf und neben dem Platz. Im Vergleich dazu sind die Einnahmen aus Medienrechten in der deutschen Frauen-Bundesliga mit rund 5,17 Millionen Euro pro Saison deutlich geringer als die etwa 15,5 Millionen Euro, die in der WSL generiert werden. Das Spiel in England wird zudem als intensiver beschrieben, was für die individuelle Entwicklung der Spielerinnen attraktiv ist.
Aktuell wechselten mehrere prominente deutsche Nationalspielerinnen auf die Insel. So schloss sich Nicole Anyomi von Eintracht Frankfurt den London City Lionesses an, und Vivien Endemann verließ den VfL Wolfsburg in Richtung FC Liverpool. Selina Cerci wechselte von Hoffenheim zum FC Arsenal, Sjoeke Nüsken zog es zum FC Chelsea, und Lea Schüller vom FC Bayern ging zu Manchester United. Jüngst sorgte der bevorstehende Wechsel von Carlotta Wamser von Bayer Leverkusen zu Manchester City für Schlagzeilen, der eine Ablösesumme von bis zu 650.000 Euro erreichen könnte und damit einen neuen Bundesliga-Rekord darstellt. Spielerinnen wie Marie Müller, die in die USA wechselte, betonen zudem den größeren „Konkurrenzkampf, die Fans, die Vibes“ und die allgemein höhere Aufmerksamkeit, die dem Frauenfußball im Ausland entgegengebracht wird, oft vor deutlich größerem Publikum. Auch die umfassende und kostenlose Verfügbarkeit aller WSL-Spiele über den „FA Player“ trägt zur gesteigerten Sichtbarkeit bei, während die deutschen Spiele primär hinter Bezahlschranken liegen.
Für die Frauen-Bundesliga bedeuten diese Abgänge einen klaren „Standortnachteil“ und ein „Warnsignal“. Bundestrainer Christian Wück sieht die Entwicklung zwiegespalten: Während internationale Stationen der individuellen Entwicklung einer Spielerin „definitiv förderlich“ seien, müsse der Standort Deutschland in der Lage sein, seine besten Spielerinnen in der Liga zu halten. Selbst Top-Clubs wie der FC Bayern können laut FBL-Präsidentin Katharina Kiel nicht alle Spielerinnen im Land halten, da im Ausland deutlich höhere Gehälter locken.
Um diesem Trend entgegenzuwirken und die Attraktivität der Liga zu steigern, sind die Verantwortlichen der Frauen-Bundesliga aktiv. Ein neuer Ligaverband (FBL) wurde gegründet, der in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) darauf abzielt, Wachstum und Vermarktung nach dem Vorbild des Männerfußballs zu fördern. Auch Sponsoren wie Google Pixel tragen zur Professionalisierung bei. Dennoch bleibt es eine immense Herausforderung, die finanzielle und strukturelle Kluft zu den führenden europäischen Ligen, insbesondere der englischen WSL, zu schließen und die heimische Liga für Top-Talente und etablierte Nationalspielerinnen langfristig attraktiv zu gestalten.
Symbolbild – Foto: Franco Monsalvo / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
© 2026 Copyright Eyecansee Communications GmbH & Co. KG
Beitrags-Kommentare (0)