Listeners:
Top-Hörer:
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Die Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN 90er Die 90er Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Deep Die Deephouse Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN 80er Die 80er Hits von St. Pauli
RADIO REEPERBAHN Dance Die Dance Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Malle Die Hits von Mallorca
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Schlager Die Schlager Hits von St. Pauli
Das letzte Akkord auf der Hamburger Trabrennbahn Bahrenfeld ist verklungen, und damit geht eine 31-jährige Ära der Konzertgeschichte auf diesem traditionsreichen Gelände zu Ende. Die Chemnitzer Band Kraftklub setzte mit einem energiegeladenen Auftritt vor rund 35.000 begeisterten Fans einen beeindruckenden Schlusspunkt. Dieses Konzert war nicht nur das Finale ihrer „Sterben in Karl-Marx-Stadt“-Tour, sondern zugleich auch das letzte Konzert des Hamburger Kultursommers an diesem Standort. Kraftklub heizte dem Publikum mit einer Mischung aus Partymusik und klaren politischen Botschaften gegen Rechtsextremismus ein. Als Vorgruppe traten Blond auf, deren Besetzung familiäre Verbindungen zu Kraftklub aufweist. Felix Kummer, der Frontmann von Kraftklub, interagierte intensiv mit den Fans, holte sogar jemanden auf die Bühne, um ein „Song-Rad“ zu drehen.
Über Jahrzehnte hinweg entwickelte sich die 1880 eröffnete Trabrennbahn zu einer bedeutenden Open-Air-Bühne in Hamburg. Nach umfassenden Renovierungen und einer Neuausrichtung zwischen 2009 und 2011 wurde die Sportstätte zunehmend für Konzerte und Festivals genutzt. Hier traten zahlreiche nationale und internationale Musikgrößen auf, darunter Bon Jovi, Status Quo, Fettes Brot, Jan Delay, Depeche Mode und Robbie Williams. Ein besonderes Highlight war der Auftritt der Rolling Stones im Jahr 1998, die vor über 70.000 Zuschauern die Bahn rockten. Die Trabrennbahn bot Platz für Konzerte mit bis zu 70.000 Besuchern und war damit eine der größten Veranstaltungsflächen der Hansestadt. Erst kürzlich, vor dem Kraftklub-Konzert, füllten auch Die Toten Hosen mit rund 35.000 Fans das Gelände, unterstützt von Gästen wie Marteria, Bela B und Vicky Leandros. Auch Künstler wie Nina Chuba, Paula Hartmann, Cro und Provinz begeisterten ihr Publikum in Bahrenfeld.
Das Ende der Konzertreihe ist eng mit der langfristig geplanten Entwicklung der „Science City Hamburg Bahrenfeld“ verbunden. Dieses Projekt zählt zu den größten Stadtentwicklungsvorhaben Hamburgs. Auf dem Areal rund um den DESY-Campus und die Universität soll in den kommenden Jahren ein modernes Quartier entstehen, das Forschung, Wohnen, Bildung und Freizeit miteinander vereint. Die Trabrennbahn wird diesem ambitionierten Vorhaben weichen müssen. Der Nutzungsvertrag für das Gelände wurde zuletzt nur noch von Jahr zu Jahr verlängert.
Die Entwicklung der „Science City“ ist auf viele Jahre angelegt. Bereits 2027 sollen die Vorarbeiten beginnen, und für 2028 ist der Bau einer Erschließungsstraße als erster Schritt geplant. Im Zuge dieses Großprojekts sollen unter anderem 4.500 neue Wohnungen entstehen. Dies bedeutet auch das endgültige Aus für den traditionsreichen Trabrennsport an diesem Standort nach 146 Jahren. Der letzte Renntag auf der Trabrennbahn Bahrenfeld ist voraussichtlich für den 20. Dezember 2026 angesetzt.
Das Ende der Trabrennbahn Bahrenfeld wird als herber Verlust für den deutschen Trabrennsport betrachtet, da es sich um eine von nur noch sieben sogenannten „A-Bahnen“ handelte. Seit Jahren werden jedoch Gespräche über eine Zusammenlegung des Trab- und Galopprennsports auf dem Gelände der Horner Rennbahn geführt, um dort eine „Doppelrennbahn“ zu realisieren. Sowohl der Hamburger Senat als auch Bürgermeister Peter Tschentscher befürworten dieses Vorhaben, dessen grundsätzliche Machbarkeit bereits 2018 durch eine Studie bestätigt wurde. Für Bahrenfeld und den Hamburger Westen markiert das Ende der Trabrennbahn nicht nur den Abschied von einer traditionsreichen Sport- und Veranstaltungsstätte, sondern auch den Beginn eines neuen Kapitels, das neue Grünflächen, verbesserte Wegeverbindungen und eine spürbare Reduzierung des Verkehrslärms durch den A7-Deckel verspricht.
Symbolbild – Foto: Sascha Hormel / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
© 2026 Copyright Eyecansee Communications GmbH & Co. KG
Beitrags-Kommentare (0)