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Hamburg, 15. September 2026
Nach den jüngsten Gewalttaten in Ottensen, bei denen am gestrigen Montag ein 14-Jähriger durch Schüsse verletzt wurde und ein 20-Jähriger Stichverletzungen erlitt, fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verstärkte Präventionsmaßnahmen gegen Jugendkriminalität. Die Vorfälle ereigneten sich in einem Kulturverein, wobei die maskierten Täter flüchtig sind. Die GdP reagiert damit auf eine besorgniserregende Entwicklung, die auch in der Hansestadt zunimmt.
Jochen Kopelke, der Bundesvorsitzende der GdP, hat bereits mehrfach die Notwendigkeit eines Ausbaus präventiver Maßnahmen gegen Jugend- und Gewaltkriminalität betont. Er argumentiert, dass Prävention entgegen populistischen Ansätzen tatsächlich wirksam sei und zu einer echten Veränderung in der Gesellschaft führe. Kopelke spricht von einer „gewalttätigeren Realität“, der die Sicherheitsbehörden entgegentreten müssten. Er fordert eine „Bildungsoffensive“, eine „Sozialisierungsoffensive“ und eine stärkere Konzentration auf die Jugend. Zudem plädiert die GdP für die Wiedereinführung von Jugendeinsatzdiensten und speziellen Jugendkommissariaten, die in der Vergangenheit aus Personalmangel und aufgrund verschobener Prioritäten abgebaut wurden.
Die GdP kritisiert ebenfalls mögliche Kürzungen bei den Haushaltsmitteln für die Kinder- und Jugendarbeit und mahnt, dass hieraus sehenden Auges eine Zunahme junger Straftäter resultieren könnte. Kopelke bekräftigte zudem die Forderung nach einem „Runden Tisch“, der Politik, Integrationsexperten, Wissenschaft, Sozialarbeit, Polizei und Rettungskräfte zusammenbringen soll, um faktenbasierte Konzepte und klare Umsetzungspläne zu erarbeiten. Die Gewerkschaft sieht auch einen Zusammenhang zwischen gestiegener Jugendkriminalität und den Folgen der Corona-Pandemie, wie Frustration durch Schulschließungen und Lernrückstände. In diesem Kontext wird die Aufstockung von Stellen für Schulsozialarbeit und Schulpsychologen als dringend notwendig erachtet.
Im Bereich der Schulen setzt die Hamburger Polizei bereits auf Präventionsprogramme wie „Kinder- und Jugenddelinquenz“, das in den Klassenstufen 5 bis 8 von speziell geschulten Polizeibeamten durchgeführt wird. Die Themen umfassen Opferprävention, die Rolle von Zeugen und Helfern sowie Gewalt gegen Personen und Sachen. Zudem wird jeder Schule ein fester Ansprechpartner, der sogenannte „Cop4U“, zur Seite gestellt. Diese Zusammenarbeit zwischen Polizei und Schulen wird positiv bewertet und der Präventionsunterricht ist bei allen Beteiligten gut akzeptiert.
Die Rolle der sozialen Medien im Kontext von Jugendkriminalität wird ebenfalls diskutiert. Studien zeigen, dass soziale Netzwerke sowohl als Risikofaktor als auch als Plattform für präventive Maßnahmen dienen können. Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) fordert eine wirksame Medienbildung und eine verstärkte Zusammenarbeit von Schulen, Eltern und Fachkräften, um dem Anstieg problematischer Nutzungsmuster entgegenzuwirken. Anbieter digitaler Dienste werden zudem in die Pflicht genommen, ihre Angebote für Kinder und Jugendliche sicherer zu gestalten und effektive Altersverifikationen einzuführen. Es wird befürchtet, dass Straftaten in sozialen Medien geplant, dokumentiert oder öffentlich gemacht werden könnten.
Symbolbild – Foto: Wolfgang Weiser / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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