Hamburg Update

Hapag-Lloyd plant weiterhin Übernahme von Reederei ZIM

today14. September 2026 1

Hintergrund
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Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd hält trotz anhaltenden Widerstands der israelischen Regierung an der geplanten Übernahme der dortigen Reederei ZIM fest. Dies wurde gestern bekanntgegeben, wobei Konzernchef Rolf Habben Jansen seinen Optimismus hinsichtlich einer erfolgreichen Einigung äußerte. Die ursprünglich im Februar 2026 vereinbarte Übernahme sieht vor, dass Hapag-Lloyd ZIM für rund 4,2 Milliarden US-Dollar, beziehungsweise etwa 3,6 Milliarden Euro, in bar erwirbt.

Der Widerstand der israelischen Regierung, darunter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz, basiert primär auf Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit und der Eigentümerstruktur von Hapag-Lloyd. Zwei Staatsfonds aus Saudi-Arabien und Katar halten zusammen über 20 Prozent der Anteile an der Hamburger Reederei (10,2 % bzw. 12,1 %), was in Israel Sorgen hervorruft. Ein weiteres zentrales Element ist Israels sogenannte „goldene Aktie“ in ZIM, die der Regierung ein Vetorecht bei grundlegenden Strukturveränderungen einräumt und die Sicherstellung einer einsatzbereiten Schiffsflotte in Krisenzeiten gewährleisten soll.

Insbesondere befürchtet das israelische Verteidigungsministerium, dass die Übernahme in ihrer ursprünglichen Form Israels strategische Interessen zur See nicht ausreichend absichern könnte. Es besteht die Sorge, dass ZIM nach der Integration vorwiegend auf Mittelmeerrouten reduziert werden könnte, wodurch wichtige Verbindungen nach Asien und in die USA, die für Israels Versorgungssicherheit in einer Krise essenziell sind, eingeschränkt würden. Man befürchtet, dass die nach dem Verkauf verbleibende israelisch kontrollierte Einheit „New ZIM“ zu klein und operativ zu eingeschränkt sein könnte, um diese Anforderungen zu erfüllen.

Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen zeigte sich in einem Interview dennoch zuversichtlich, die Bedenken ausräumen zu können. Er betonte, dass das von Hapag-Lloyd vorgelegte Konzept in vielen Bereichen eine Verbesserung für den Staat Israel darstelle. Die Gespräche mit den israelischen Behörden hätten sich in den letzten ein bis eineinhalb Monaten deutlich intensiviert. Um den israelischen Forderungen entgegenzukommen, haben Hapag-Lloyd und der israelische Investor FIMI ein überarbeitetes Angebot vorgelegt. Dieses sieht die Gründung einer eigenständigen israelischen Gesellschaft namens „ZIM Israel“ mit 16 Schiffen vor, die vollständig unter israelischer Kontrolle verbleiben und deren Anteile nicht außerhalb der Tel Aviver Börse gehandelt werden dürfen. Zudem soll der Anteil, den ein privater ausländischer Investor ohne vorherige israelische Regierungszustimmung halten kann, von 24 % auf 10 % gesenkt werden.

Hapag-Lloyd argumentiert, dass die Anteilseigner der Reederei keinen direkten Einfluss auf das operative Tagesgeschäft haben und dass das Unternehmen in den letzten drei Jahren wöchentlich mit Schiffen in Israel präsent war. Die Hamburger Reederei erhofft sich durch die Akquisition eine Stärkung ihrer globalen Marktposition und würde zur fünftgrößten Containerreederei weltweit aufsteigen. Die Flotte würde auf über 400 Schiffe mit einer Kapazität von mehr als 3 Millionen TEU anwachsen, was Hapag-Lloyd Zugang zu neuen Routen und Kundenbeziehungen verschaffen und Skaleneffekte ermöglichen würde.

Die endgültige Genehmigung des Deals wird bis Ende 2026 erwartet, wobei die Verhandlungen hinter den Kulissen intensiv weitergeführt werden. Parallel dazu gab es im Mai 2026 ein alternatives Angebot einer israelischen Investorengruppe unter der Führung von Haim Sakal, die 4,5 Milliarden US-Dollar für ZIM bot, um das Unternehmen vollständig in israelischer Hand zu halten. ZIM bestätigte jedoch, dass das verbindliche Fusionsabkommen mit Hapag-Lloyd bereits von den Aktionären genehmigt worden sei.

Symbolbild – Foto: Wolfgang Weiser / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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