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Scheidender Marine-Chef fordert Flotten-Neuausrichtung

today3. September 2026 4

Hintergrund
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Hamburg – Bei einer vielbeachteten Rede auf der Schiffbaumesse SMM in Hamburg hat der scheidende Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, eine dringende Neuausrichtung der Flotte gefordert. Kaack, dessen Amtszeit im März 2022 begann, nur wenige Tage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, betonte die Notwendigkeit einer Fokussierung der deutschen Marine auf ihren Kernauftrag angesichts einer sich verändernden sicherheitspolitischen Lage. Seine Grundsatzrede im Rahmen der Maritime Security & Defence (MS&D) Konferenz, die als Teil der SMM stattfindet, galt als ein Höhepunkt der Veranstaltung und als Bilanz seiner vierjährigen Amtszeit.

Der scheidende Marine-Chef warnte eindringlich vor neuen und wachsenden militärischen Fähigkeiten Russlands, insbesondere in der Ostsee. Er sprach von einer „konstant hohen russischen Bedrohung“ vor der Haustür Deutschlands und einer „selbstbewussten Präsenz“ Russlands, die sich in aggressiver Aufklärung von Stützpunkten und Einheiten, Einschüchterungs- und Sabotageversuchen sowie Drohnenüberflügen äußere. Darüber hinaus erwähnte Kaack den Einsatz einer sogenannten „Schattenflotte“ in der Ostsee und hob hervor, dass Russlands Streitkräfte sowohl personell als auch hinsichtlich ihrer Fähigkeiten wachsen und diese täglich im Ukraine-Krieg erproben würden. Die Aggressivität in der Ostsee habe in den letzten zwei Jahren zugenommen, begleitet von vermehrt tief anfliegenden russischen Flugzeugen über NATO-Schiffen und aggressiveren Annäherungen.

Angesichts dieser Bedrohungslage sieht Vizeadmiral Kaack die Marine auf dem richtigen Weg, jedoch mit großen Aufgaben vor sich. Mit dem bereits formulierten „Kurs Marine 2025“ hat die Teilstreitkraft klare Prioritäten definiert: Dazu gehören die Abschreckung an der NATO-Nordflanke, die schnelle Einsatzbereitschaft bis 2029 sowie ein umfassender technologischer Umbau bis 2035. Zudem wurden in diesem Kurs offen Lücken bei Personal, Munition und unbemannten Systemen benannt. Die deutsche Marine, die zuvor eher auf planbare Stabilisierungsmissionen in südlichen Gewässern ausgerichtet war, muss sich nun organisatorisch und materiell auf ein hochintensives Gefecht in Europa einstellen.

Deutschland spielt in diesem Kontext eine zentrale geostrategische Rolle, nicht zuletzt durch die angestrebte Übernahme einer Raumverantwortung für die gesamte Ostsee im Rahmen der Baltic Maritime Coordination Function (BMCF) der NATO, ein Vorhaben, das bereits im Mai 2021 als Priorität festgelegt wurde. Auch in der Arktis und im Nordatlantik, durch die russische U-Boote häufig operieren, um den Atlantik oder das Mittelmeer zu erreichen, ist eine wachsende russische Marinepräsenz festzustellen, die eine verstärkte Überwachung durch NATO-Staaten erfordert.

Kaacks Rede unterstreicht die tiefgreifenden Veränderungen, mit denen sich die Deutsche Marine konfrontiert sieht. Die Forderung nach einer klaren Konzentration auf den Kernauftrag und die zügige Behebung von Mängeln sind essenziell, um den maritimen Sicherheitsanforderungen in einem zunehmend angespannten geopolitischen Umfeld gerecht zu werden und die Verteidigungsfähigkeit an der NATO-Nordflanke sowie in der Ostsee zu gewährleisten.

Symbolbild – Foto: Wikimedia Commons / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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