Hamburg Update

Prozess um Nord-Stream-Anschläge beginnt im Oktober

today3. September 2026 2

Hintergrund
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Im Oktober beginnt am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg ein bedeutender Prozess im Fall der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines. Das Gericht hat die Anklage gegen einen Verdächtigen zugelassen, wobei die Hauptverhandlung voraussichtlich am 14. Oktober ihren Anfang nehmen wird.

Der Angeklagte, identifiziert als der frühere ukrainische Offizier Serhii K., sieht sich schwerwiegenden Vorwürfen gegenüber. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm unter anderem Mittäterschaft bei einem Kriegsverbrechen des Angriffs gegen zivile Objekte, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der Zerstörung von Bauwerken sowie der Störung öffentlicher Betriebe vor. Er soll der Anführer einer Gruppe gewesen sein, die für die Sabotageakte verantwortlich ist.

Nach den Ermittlungen soll Serhii K. spätestens am 8. September 2022 mit sechs Mittätern, darunter einem Schiffsführer, einem Sprengstoffexperten und vier Tiefseetauchern, auf der Segelyacht „Andromeda“ von Wiek auf Rügen aus in See gestochen sein. Diese Yacht war zuvor mit gefälschten Ausweispapieren bei einem deutschen Unternehmen in Rostock angemietet worden. Die Gruppe soll größere Mengen militärisch verwendbarer Hochleistungssprengstoffe in internationalen Gewässern bis in die Nähe der dänischen Insel Bornholm transportiert und dort Zeitzünder an den Gaspipelines angebracht haben. Die Explosionen ereigneten sich am 26. September 2022 und verursachten schwere Schäden an beiden Nord Stream Pipelines. Nord Stream 1 transportierte zum Zeitpunkt Gas, während Nord Stream 2, obwohl fertiggestellt, noch nicht in Betrieb war.

Die deutschen Ermittler gehen davon aus, dass Serhii K. und weitere Militärangehörige den Plan zur Zerstörung der Pipelines „im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine“ entwickelt haben. Das Ziel sei gewesen, Gaslieferungen über die Pipelines dauerhaft zu unterbinden und Russland daran zu hindern, Einnahmen aus dem Erdgasgeschäft zur Finanzierung seiner Kriegsführung zu nutzen. Serhii K. wurde im August 2025 in Italien auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls festgenommen und im November 2025 nach Deutschland ausgeliefert.

Für den Prozess sind zunächst 16 Termine bis zum 17. Dezember angesetzt, weitere Verhandlungstage sollen im Januar und Februar 2027 folgen. Der Fall hat auch internationale Beachtung gefunden, insbesondere da ein weiterer mutmaßlicher Beteiligter, ein ukrainischer Taucher, in Kroatien festgenommen wurde, dessen Auslieferung von polnischen Behörden jedoch verweigert wurde.

Symbolbild – Foto: SHOX ART / Pexels

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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