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Ein neu eröffnetes Hotel im Harburger Binnenhafen wird ab September zur Flüchtlingsunterkunft. Das „Holiday Inn – the niu Quay Hamburg Harburg“, das erst im Mai dieses Jahres seine Türen öffnete, soll für mindestens zwei Jahre ausschließlich ukrainische Geflüchtete beherbergen. Rund 340 Menschen sollen in den etwa 150 bis 166 Zimmern und 20 Apartments unterkommen. Die Meldung sorgt in Harburg bereits für erhebliche Diskussionen und Verwunderung.
Besonders kritisiert wird die Entscheidung, ein erst kürzlich eröffnetes Hotel als Unterkunft zu nutzen, da die Hamburger Sozialbehörde im März 2026 noch angekündigt hatte, „kostenintensive und nur temporär verfügbare Standorte“ wie Hotels reduzieren zu wollen. Dies führe zu der paradoxen Situation, dass die Stadt für die Unterbringung im neuen Hotel voraussichtlich doppelt so viel zahlen wird wie für reguläre Hotelgäste. Allein im ersten Halbjahr 2026 beliefen sich die Kosten Hamburgs für die Unterbringung von Geflüchteten in Hotels auf 69 Millionen Euro. Sowohl lokale Politiker aus CDU, SPD und FDP als auch Investoren und Projektentwickler äußerten ihr Unverständnis über diese Vorgehensweise.
Die Anmietung des Hotels stößt zudem auf Widerstand, da sie als nicht förderlich für die gewünschte Belebung des Harburger Binnenhafens angesehen wird. Bereits bestätigte Buchungen, beispielsweise von einer französischen Reisegruppe des Rotary-Clubs Harburg, wurden kurzfristig storniert. Der Harburger Bezirksamtsleiter Christian Carstensen zeigte sich überrascht von der Entscheidung und betonte, dass das Bezirksamt im Vorfeld nicht informiert wurde und die Zuständigkeit allein bei der Sozialbehörde liege.
Die Situation im Harburger Binnenhafen steht im Kontrast zu anderen Entwicklungen im Bezirk. So soll die umstrittene Notunterkunft in der ehemaligen Fegro-Halle an der Schlachthofstraße, gegen deren Bedingungen es wiederholt Proteste gab, bis Ende 2026 leergezogen werden, obwohl der Standort als Reserve vorgehalten bleibt. Auch die Flüchtlingsunterkunft auf dem Schwarzenberg, die seit 2023 wieder als Unterkunft genutzt wird, soll nach ursprünglichen Planungen der Sozialbehörde Ende 2027 geräumt werden.
Trotz eines deutlichen Rückgangs der nach Hamburg kommenden Flüchtlinge im vergangenen Jahr – die Gesamtzahl sank um 24 Prozent, die der ukrainischen Geflüchteten um 12 Prozent – bleiben die bestehenden Unterkünfte mit einer Auslastung von 93,5 Prozent zum Jahresende 2025 stark belegt. Der Schutzstatus für Geflüchtete aus der Ukraine wurde zudem bundesweit bis zum 4. März 2027 verlängert, was den anhaltenden Bedarf an adäquaten Unterbringungsmöglichkeiten unterstreicht. Die Entscheidung im Harburger Binnenhafen zeigt die fortwährende Herausforderung für die Stadt, den Bedarf an Unterkünften mit den stadtentwicklungspolitischen Zielen und den Erwartungen der lokalen Bevölkerung in Einklang zu bringen.
Symbolbild – Foto: Nikk Schlieman / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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