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Ratko Mladić, der bosnisch-serbische Kriegsverbrecher, ist heute im Alter von 84 Jahren in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag verstorben. Er verbüßte dort eine lebenslange Haftstrafe, zu der er wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnienkrieg verurteilt worden war. Sein Tod markiert das Ende eines Lebens, das untrennbar mit einigen der dunkelsten Kapitel der jüngeren europäischen Geschichte verbunden ist.
Mladić war von 1992 bis 1996 Oberbefehlshaber der Armee der Republika Srpska (VRS) und trug die Hauptverantwortung für grauenvolle Gräueltaten während des Bosnienkrieges. Zu seinen schlimmsten Verbrechen zählt das Massaker von Srebrenica im Juli 1995, bei dem unter seinem Kommando mehr als 8.000 bosniakische Männer und Jungen ermordet wurden – das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Er war auch maßgeblich für die über dreijährige, brutale Belagerung von Sarajevo verantwortlich, bei der Tausende von Zivilisten getötet und verwundet wurden. Diese Taten brachten ihm den Beinamen „Schlächter vom Balkan“ oder „Schlächter von Srebrenica“ ein.
Nach dem Ende des Bosnienkrieges im Jahr 1995 wurde Mladić vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen angeklagt. Er entzog sich der Festnahme über 15 Jahre lang und wurde erst im Mai 2011 in Serbien gefasst. Sein Prozess begann im Jahr 2012 und endete 2017 mit der Verurteilung zu lebenslanger Haft. Er wurde in zehn von elf Anklagepunkten für schuldig befunden, darunter Völkermord, fünf Fälle von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und vier Fälle von Verstößen gegen die Gesetze und Gebräuche des Krieges.
Die Verurteilung Mladićs wurde im Jahr 2021 auch in letzter Instanz bestätigt und galt als ein bedeutendes Kapitel der internationalen Strafgerichtsbarkeit seit den Nürnberger Prozessen. In seinen letzten Lebensjahren hatte Mladić, der mehrere Schlaganfälle erlitten hatte, wiederholt vergeblich eine vorzeitige Haftentlassung aus humanitären Gründen beantragt. Sein Tod schließt nun ein wichtiges Kapitel für die Opfer des Bosnienkriegs und unterstreicht die langjährige globale Verpflichtung zur Verfolgung und Bestrafung von Kriegsverbrechern.
Symbolbild – Foto: Magda Ehlers / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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