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Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg schlägt Alarm: Aufgrund der Sparmaßnahmen des Hamburger Senats droht der Verlust von Hunderten Studienplätzen. Die Hochschule kritisiert, dass aktuell Geld für zwei Pflegestudiengänge fehle, was die Existenz dieser wichtigen Ausbildungswege gefährdet.
Diese Warnung reiht sich ein in eine breitere Debatte um die Finanzierung der Hochschulen in Hamburg. Die Universitäten der Stadt stehen unter erheblichem Konsolidierungsdruck und sehen sich mit einem strukturellen Haushaltsdefizit konfrontiert. So musste die Universität Hamburg (UHH) beispielsweise die Fakultäten anweisen, in den Geschäftsjahren 2025 und 2026 einen Finanzierungsbeitrag von 4,5 Prozent ihres Landesmittel-Budgets zu leisten, mit Zielen von mindestens 10,5 Prozent bis 2032. Einzelne Fakultäten, darunter auch solche in den Bereichen Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften, sehen sich sogar mit möglichen Kürzungen von bis zu 20 bis 24 Prozent konfrontiert. Eine Cyber-Attacke auf die HAW hat zudem zu deutlich gestiegenen Kosten für IT-Sicherheit und Digitalisierung geführt, was die finanzielle Lage weiter verschärft.
Die Auswirkungen dieser Sparpolitik sind bereits spürbar. An den Hochschulen kommt es zu Einschränkungen bei der Literaturversorgung, Bibliotheken müssen ihre Öffnungszeiten verkürzen, und Lehrende sowie Studierende erleben die Folgen im Studienalltag. Darüber hinaus könnten bis zu 370 bis 400 Vollzeitstellen an der Universität Hamburg gestrichen werden, und ganze Studiengänge oder Schwerpunkte sind vom Aus bedroht. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Hamburg rät sogar davon ab, ein Studium an der UHH zu beginnen.
Im Juni dieses Jahres haben rund 7000 Studierende und Beschäftigte der Hamburger Hochschulen, darunter auch der AStA der HAW Hamburg, unter dem Motto „Wissen schafft Zukunft“ gegen die Budgetkürzungen protestiert. Sie forderten vom rot-grünen Senat eine Erhöhung des Budgets um mindestens zehn Millionen Euro für die HAW und 30 Millionen Euro für die UHH. Zudem verlangen sie eine dynamische Anpassung des Grundetats, um künftige Kostensteigerungen durch Inflation und Tarifentwicklungen abzufedern. Aktuell plant der Hamburger Senat, den Hochschulen noch mehr Geld zu streichen, und die Wissenschaftssenatorin spricht offen davon, Studienplätze abzubauen.
Während der Senat einerseits ein Förderpaket von fast 500 Millionen Euro für den Bildungsbau geschnürt und in Exzellenzcluster investiert, wird auf der anderen Seite die Eigenverantwortung der Hochschulen in ihrer Haushaltsführung betont. Kritiker bemängeln, dass die Stadt die finanziellen Risiken über Jahre aufgebaut hat und die Grundfinanzierung nicht mit gestiegenen Kosten für IT-Sicherheit, Energie und Sanierung Schritt halten kann. Die HAW Hamburg betont indes, dass es für die Masterstudiengänge in Pflege eine fundierte Grundlage für fachliche Spezialisierung und Leitungsaufgaben sowie die Weiterentwicklung der Pflegepraxis auf wissenschaftlicher Basis bietet. Die aktuelle Unterfinanzierung stellt somit eine ernsthafte Bedrohung für die Zukunft der Pflegeausbildung und des gesamten Wissenschaftsstandorts Hamburg dar.
Symbolbild – Foto: Sahil Singh / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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