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Die Weltmeere haben eine beispiellose Durchschnittstemperatur erreicht und sind so warm wie nie zuvor seit Beginn der Messungen im Jahr 1979. Am vergangenen Wochenende, dem 22. August, registrierte der EU-Klimadienst Copernicus einen globalen Durchschnittswert von 21,1 Grad Celsius für die Meeresoberfläche. Dieser neue Rekord übertrifft den bisherigen Höchstwert von 21,09 Grad Celsius, der zuletzt im März 2024 gemessen wurde.
Für Klimaexperten kommt dieser Rekord zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt. Normalerweise erreichen die globalen Meerestemperaturen im März und April, nach dem südlichen Sommer, ihre höchsten Werte. Der jetzige August-Rekord folgt jedoch auf eine Reihe von monatlichen und beinahe-monatlichen Temperaturhöchstwerten der Meeresoberfläche, die bereits im Laufe dieses Jahres verzeichnet wurden. Die strategische Leiterin für Klima bei Copernicus, Samantha Burgess, bezeichnete den Rekord als ein deutliches Zeichen dafür, dass der Ozean zunehmend unter Druck stehe.
Ein wesentlicher Faktor, der zu dieser Entwicklung beiträgt, ist das Wetterphänomen El Niño. Im tropischen Pazifik entwickelt sich derzeit ein starker El Niño, der die Ozeane zusätzlich aufheizt. Prognosen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) deuten darauf hin, dass sich El Niño im Zeitraum August bis Oktober 2026 weiter zu einem starken Ereignis entwickeln wird. Experten gehen davon aus, dass El Niño im Herbst und Winter 2026 und 2027 auf der Nordhalbkugel sehr stark ausfallen könnte, und einige halten es für möglich, dass es Ende des Jahres der stärkste jemals registrierte El Niño werden könnte. Es wird jedoch betont, dass El Niño zwar zu einer zusätzlichen Erwärmung führt, diese aber zu der jahrzehntelangen, vom Menschen verursachten Erwärmung hinzukommt.
Die Folgen der anhaltend hohen Meerestemperaturen sind vielfältig und gravierend. Sie erhöhen das Risiko extremer Wetterereignisse, da ein wärmerer Ozean mehr Wärme und Feuchtigkeit an die Atmosphäre abgibt, was stärkere Niederschläge und eine mögliche Intensivierung von Stürmen, einschließlich tropischer Wirbelstürme, zur Folge haben kann. Zudem steigt die Zahl der Tage mit marinen Hitzewellen, die sich seit Anfang der 1990er-Jahre weltweit mehr als verdreifacht hat und zu massivem Artensterben führen können. Ein wärmerer Ozean kann außerdem Kohlendioxid weniger effizient binden, wodurch einer der wichtigsten natürlichen Puffer des Planeten gegen den Klimawandel geschwächt wird.
Die globale Erwärmung der Meere hat auch tiefgreifende Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme und Küstengemeinden. Angepasste Lebensräume verschieben sich, was zu Wanderungen von Fischbeständen und anderen Meereslebewesen führen kann. Darüber hinaus trägt die thermische Ausdehnung des Wassers und die Gletscherschmelze zum Meeresspiegelanstieg bei, der im Jahr 2023 seinen höchsten Stand seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1993 erreichte. Diese Entwicklung unterstreicht die Dringlichkeit, den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Weltmeere zu adressieren.
Symbolbild – Foto: Maël BALLAND / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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