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Hamburgs Wirtschaftssenatorin Leonhard hat heute die Baustelle der Fehmarnbelt-Querung besucht, nachdem die Arbeiten an der deutsch-dänischen Verbindung zuletzt ins Stocken geraten waren. Die Hamburger Wirtschaft erhofft sich durch die Fertigstellung einen Aufschwung im Handel mit Nordeuropa und eine Stärkung der Position Hamburgs in der europäischen Verkehrslandschaft.
Die Fehmarnbelt-Querung ist als 18 Kilometer langer Absenktunnel konzipiert, der Puttgarden auf der deutschen Insel Fehmarn mit Rødby auf der dänischen Insel Lolland verbinden wird. Das monumentale Infrastrukturprojekt umfasst eine vierspurige Autobahn sowie eine zweigleisige, elektrifizierte Bahnstrecke und ist ein zentraler Bestandteil des transeuropäischen Scan-Med-Korridors (Skandinavien-Mittelmeer-Korridor) des TEN-T-Netzwerks. Die Verbindung soll eine erhebliche Engstelle in diesem Korridor beseitigen und ist auch für den Rest Europas von großer Bedeutung. Zusätzlich zum Fehmarnbelt-Tunnel wird auf deutscher Seite ein neuer, rund 1,5 Kilometer langer Fehmarnsund-Tunnel gebaut, der das schleswig-holsteinische Festland mit der Insel Fehmarn verbindet.
Die Bauarbeiten haben auf deutscher wie auch auf dänischer Seite mit Verzögerungen zu kämpfen. Während die Fertigstellung ursprünglich für Ende 2029 geplant war, wird insbesondere die deutsche Schienenanbindung sowie die Anbindung des Fehmarnsund-Tunnels nicht vor 2031 erwartet. Ursächlich für die Verzögerungen auf deutscher Seite sind vor allem Schwierigkeiten beim Abschluss der Planungen und der Erlangung von Baurecht für die Hinterlandanbindung. Die deutsche Schienenanbindung wurde seit 2009 grundlegend überarbeitet und umfasst nun eine 88 Kilometer lange Strecke, wovon 55 Kilometer komplett neu gebaut und umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Auch auf dänischer Seite gab es Rückstände, hauptsächlich bedingt durch Probleme mit dem Spezialschiff „Ivy“, das zum Absenken der Tunnelelemente benötigt wird und noch nicht vollständig getestet und freigegeben war. Trotz dieser Herausforderungen wurde am 7. Mai 2026 ein wichtiger Meilenstein erreicht: Das erste große Tunnelelement wurde erfolgreich vor der Küste Rødbyhavns abgesenkt. Auch das zweite Element ist inzwischen erfolgreich platziert worden.
Die Hamburger Wirtschaft und die gesamte norddeutsche Region setzen große Hoffnungen in die Fehmarnbelt-Querung. Durch die kürzere und effizientere Verbindung wird die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen mit dem Zug um bis zu zwei Stunden verkürzt. Dies soll Hamburg als die „südlichste Metropole Skandinaviens“ neu positionieren und neue wirtschaftliche Möglichkeiten sowie verbesserte Anbindungen an internationale Märkte schaffen. Experten erwarten positive Auswirkungen auf Handel, Tourismus und Forschung. Die Handelskammer Hamburg und die IHK zu Lübeck haben jedoch bereits auf mögliche volkswirtschaftliche Mehrkosten in Millionenhöhe und einen „international wahrnehmbaren Imageschaden für Deutschland“ hingewiesen, falls die deutsche Hinterlandanbindung nicht rechtzeitig fertiggestellt wird.
Die dänische Seite erwägt bereits eine mögliche zweistufige Eröffnung der Verbindung, um auf die Verzögerungen auf deutscher Seite zu reagieren. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und sein dänischer Amtskollege sind für Oktober 2026 zu einem weiteren Treffen angesetzt, um den weiteren Zeitplan für das Jahrhundertbauwerk zu klären und die abgestimmte Kommunikation zum Projektfortschritt sicherzustellen. Die Fehmarnbelt-Querung bleibt somit ein Projekt von herausragender Bedeutung für die regionale und europäische Infrastruktur, dessen Fertigstellung mit Spannung erwartet wird, um die versprochenen Vorteile für Wirtschaft und Verkehr voll entfalten zu können.
Symbolbild – Foto: Anil Sharma / Pexels
Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.
Geschrieben von: Redaktion
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