Hamburg Update

Schuljahr startet mit Rekordzahlen und größeren Klassen

today19. August 2026

Hintergrund
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Hamburg steht vor einem Schuljahr der Rekorde: In dieser Woche beginnt das neue Schuljahr in der Hansestadt mit so vielen Schülern wie seit 45 Jahren nicht mehr. Insgesamt werden an den staatlichen und privaten Schulen rund 274.420 Schülerinnen und Schüler erwartet. Allein an den staatlichen Schulen sind es demnach rund 254.420 Kinder und Jugendliche, was einem Zuwachs von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Während die Schülerzahl an den Grundschulen nahezu unverändert bleibt, steigt sie an den weiterführenden Schulen um rund zwei Prozent.

Diese erhebliche Zunahme der Schülerzahlen ist neben dem allgemeinen Zuzug nach Hamburg auch auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zurückzuführen, der in den Vorjahren zur Aufnahme tausender ukrainischer Kinder in Hamburgs Schulen führte. Trotz einer Zunahme an Lehrkräften werden jedoch aus Kostengründen demnächst größere Klassen eingeführt. Für das Schuljahr 2026/27 stehen an den staatlichen allgemeinbildenden Schulen 16.166 Vollzeitstellen für Lehrkräfte zur Verfügung, 112 Stellen mehr als im Vorjahr, und 427 Nachwuchslehrkräfte haben ihren Vorbereitungsdienst begonnen. Hamburg sei im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern gut mit Lehrkräften versorgt und könne offene Stellen erfolgreich besetzen, wie Bildungssenatorin Ksenija Bekeris betonte.

Die angekündigte Einführung größerer Klassen durch Bildungssenatorin Ksenija Bekeris erfolgt perspektivisch und aus Kostengründen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hamburg kritisiert generell, dass größere Klassen die individuelle Lernstärkung behindern und zu einem Anstieg von Lärm, Unruhe und Aggressivität führen können, was insbesondere schwächere Schüler benachteiligt. Um frühere Förder- und Teilungsstunden zu ermöglichen, müssen Schulen ihre Klassen teilweise mit weitaus höheren Schülerzahlen organisieren, als die Basisfrequenzen für den Grundunterricht vorgeben. Die Obergrenze für Grundschulen lag in Hamburg bei 23 Kindern pro Klasse, während Gymnasien die größten Klassen aufweisen.

Parallel zu diesen Entwicklungen investiert Hamburg massiv in seine schulische Infrastruktur. Für 2026 sind mehr als 500 Millionen Euro für die Sanierung, Erweiterung und den Neubau von Schulen vorgesehen. Zwei neue Schulen haben zum aktuellen Schuljahr ihren Betrieb aufgenommen, und sechs weitere sollen im Laufe des Jahres fertiggestellt werden. Trotz der aktuell hohen Schülerzahlen rechnet die Schulbehörde aufgrund sinkender Geburtenzahlen und eines geringeren Zuzugs jedoch spätestens nach 2029 mit einem Rückgang der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler. Diese Entwicklung werde bei der Einstellung neuer Lehrkräfte sowie der weiteren Schulbauplanung berücksichtigt.

Symbolbild – Foto: Ali Ahmad DANESH / Pexels

Geschrieben von: Redaktion

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