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Ein 24-stündiger Warnstreik hat heute die deutschen Seehäfen, darunter den Hamburger Hafen, lahmgelegt und damit weite Teile der Schifffahrtslogistik zum Erliegen gebracht. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) rief die Beschäftigten im Zuge der laufenden Tarifverhandlungen zu dieser Arbeitsniederlegung auf. Der Streik begann in der Nacht zum Dienstag, den 18. August 2026, und betrifft neben Hamburg auch die Häfen Bremerhaven, Bremen, Emden, Brake und Wilhelmshaven.
Hintergrund der Arbeitsniederlegung sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen für rund 11.000 Beschäftigte der deutschen Seehäfen mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). ver.di fordert für die Hafenarbeiter eine Erhöhung der Stundenlöhne um 8,2 Prozent, mindestens aber um 2,50 Euro pro Stunde, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Das jüngste Angebot des Arbeitgeberverbands ZDS, das in der zweiten Verhandlungsrunde unterbreitet wurde, sah eine Entgeltsteigerung von 5,1 Prozent rückwirkend zum 1. August 2026 vor. Zusätzlich sollten das Urlaubsgeld ab Januar 2027 um 300 Euro und die Zulagen für Beschäftigte in umsatzstarken Containerbetrieben um 460 Euro erhöht werden. Die von den Arbeitgebern vorgeschlagene Laufzeit des Tarifvertrags beträgt jedoch 19 Monate.
Dieses Angebot wurde nach einer intensiven Rückkopplungsphase mit den Beschäftigten mehrheitlich abgelehnt. Mehr als 6.100 Arbeitnehmer hatten sich an einer Befragung beteiligt und das Angebot als unzureichend bewertet, insbesondere wegen der aus Sicht der Gewerkschaft zu langen Laufzeit und der zu geringen Erhöhung für die unteren Lohngruppen. Christian Warnke, Mitglied der ver.di-Bundestarifkommission, betonte, dass die Rückmeldungen aus den Betrieben eindeutig zeigten, dass das Angebot die Beschäftigten nicht überzeuge.
In Hamburg sind insbesondere die vier großen Containerterminals der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) – Altenwerder, Burchardkai und Tollerort – sowie das Containerterminal Eurogate und die Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft betroffen. Die Auswirkungen des Warnstreiks auf die globalen Lieferketten und den Im- und Export werden als erheblich eingeschätzt.
Begleitend zum Warnstreik hat ver.di für den heutigen Dienstag um 9:00 Uhr eine Demonstration am Containerterminal Burchardkai geplant. Eine kurze Streikkundgebung soll gegen 10:30 Uhr auf dem Parkplatz des HHLA Container Terminals Burchardkai stattfinden. Die Gewerkschaft wartet nun auf einen dritten Verhandlungstermin und hat durch den Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber erhöht, ein verbessertes Angebot vorzulegen. Die Arbeitgeberseite kritisierte die Warnstreiks indes als unverhältnismäßig.
Symbolbild – Foto: Wolfgang Weiser / Pexels
Geschrieben von: Redaktion
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