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Die Kosten für die neue Müllverwertungsanlage in Hamburg sind drastisch gestiegen und führen zu einer Sondersitzung des Umweltausschusses der Bürgerschaft. Das „Zentrum für Ressourcen und Energie“ (ZRE), das in Bahrenfeld an der Schnackenburgallee entsteht, sollte ursprünglich die Abfallwirtschaft der Hansestadt revolutionieren, indem es Müll sortiert, recycelt sowie Strom und Wärme liefert. Doch das Vorzeigeprojekt hat sich zu einem finanziellen Desaster entwickelt.
Aktuellen Schätzungen zufolge könnten die Kosten für das ZRE auf bis zu 750 bis 780 Millionen Euro ansteigen. Dies stellt eine mehr als dreifache Erhöhung gegenüber der ursprünglichen Planung von rund 234 Millionen Euro dar. Auch der Zeitplan ist massiv betroffen: Die Anlage, deren Bau im April 2023 begann und ursprünglich 2025 fertiggestellt werden sollte, verzögert sich voraussichtlich um rund drei Jahre, mit einer Inbetriebnahme, die nun für 2026/2027 oder später erwartet wird.
Die Gründe für diese Kostenexplosion und die massiven Verzögerungen werden in Mängeln der Projektplanung und -überwachung sowie im Risikomanagement verortet. Ein von der neuen Geschäftsführung der Stadtreinigung zu Jahresbeginn 2026 in Auftrag gegebenes externes Audit deckte auf, dass der Aufsichtsrat der Stadtreinigung Hamburg (SRH) über die voraussichtlichen Kostensteigerungen und zeitlichen Verzögerungen nicht angemessen und zeitnah unterrichtet wurde. Dem Aufsichtsrat seien „essenzielle Informationen schlicht vorenthalten“ worden.
Als Reaktion darauf hat der Aufsichtsrat der Stadtreinigung in einer Sondersitzung beschlossen, mögliche rechtliche Schritte gegen das damals verantwortliche Management prüfen zu lassen. Im Fokus steht hierbei der langjährige SRH-Geschäftsführer Rüdiger Siechau, der Ende letzten Jahres in den Ruhestand ging und mittlerweile Hausverbot auf dem Gelände der Stadtreinigung und des ZRE erhalten hat. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne), die den Aufsichtsrat leitet, sprach von einem „Vertrauensbruch“ und wies eine eigene Verantwortung zurück, da der Aufsichtsrat bis Ende 2025 unzureichend informiert worden sei. Die Opposition kritisiert hingegen, dass Probleme vertuscht wurden und die politische Verantwortung nun auf Einzelpersonen abgewälzt werde. Die FDP fordert derweil ein unverzügliches Eingreifen des Ersten Bürgermeisters Peter Tschentscher.
Das Zentrum für Ressourcen und Energie gilt als wichtiger Baustein für Hamburgs Wärme- und Energiewende, da es künftig im Winter bis zu 75 Megawatt Fernwärmeleistung und im Sommer bis zu 22 Megawatt Strom liefern soll. Die Mehrkosten dieses Großprojekts werden letztlich von den Hamburger Bürgerinnen und Bürgern getragen, sei es durch höhere Müllgebühren, steigende Energiepreise oder Belastungen für den städtischen Haushalt. Bereits Anfang 2026 wurden die Gebühren für die Hausmüllentsorgung um 3,4 Prozent angehoben.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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