Hamburg Update

Bund fördert Kampnagel-Umbau mit bis zu 60 Millionen Euro

today31. Juli 2026 4

Hintergrund
share close

RADIO REEPERBAHN Hamburg

**Bund fördert Kampnagel-Umbau mit bis zu 60 Millionen Euro**

Die Hamburger Spielstätte Kampnagel erhält vom Bund eine Förderung von bis zu 60 Millionen Euro für ihren umfassenden Umbau. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer würdigte die Einrichtung als „Leuchtturm der freien Kulturszene“ Hamburgs. Die Gesamtinvestitionen für die Sanierung und Erweiterung belaufen sich auf rund 168 Millionen Euro, wobei die restlichen Kosten von der Freien und Hansestadt Hamburg getragen werden.

Die ambitionierten Pläne, die in Zusammenarbeit mit dem renommierten Pariser Architekturbüro Lacaton & Vassal entwickelt wurden, sehen eine weitreichende Modernisierung der historischen Maschinenfabrikhallen vor. Das Büro, das 2021 mit dem Pritzker-Architekturpreis ausgezeichnet wurde, fokussiert sich auf eine sorgfältige Renovierung der Veranstaltungsräume, der künstlerischen Einrichtungen und der öffentlichen Empfangsbereiche. Ergänzt wird der Bestand durch zwei eindrucksvolle Neubauten: eine zusätzliche Halle namens K7, die Platz für Proben-, Werkstatt- und Lagerräume schaffen soll, sowie einen „Campus Kampnagel“ als Residenz für internationale Kunstschaffende. Auch das Verwaltungsgebäude wird saniert.

Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die Umsetzung der Baumaßnahmen bei laufendem Spielbetrieb. Kampnagel wird während der gesamten Bauzeit, die im September 2026 beginnen und voraussichtlich bis Anfang der 2030er Jahre dauern wird, nicht geschlossen bleiben. Stattdessen ist ein Konzept einer „performativen Baustelle“ geplant, bei der der Umbau selbst Teil der künstlerischen Praxis wird und Kunst, Architektur und Alltag sichtbar miteinander verzahnt werden sollen. Der offizielle Spatenstich wird für den 30. Oktober 2026 unter Beteiligung von Staatsminister Weimer erwartet.

Die Sanierung zielt darauf ab, Kampnagel als größtes Produktionshaus für Freie Darstellende Künste in Europa langfristig zukunftsfähig aufzustellen und gleichzeitig höchste Anforderungen an Nachhaltigkeit, Umwelt- und Energieeffizienz zu erfüllen. Es wird erwartet, dass der Wärmeverbrauch der Bestandsgebäude um 70 Prozent reduziert werden kann. Weimer betonte, dass der Bund mit der Förderung erheblich dazu beitrage, auf dem historischen Gelände zeitgemäße Produktionsbedingungen zu schaffen und Kampnagel als Spiel- und Produktionsstätte sowie als Labor für spartenübergreifende Gegenwartskunst weiterzuentwickeln. Damit werde auch die freie Szene in haushaltspolitisch schwierigen Zeiten gestärkt, so der Kulturstaatsminister.

Seit 1982 wird die ehemalige Maschinenfabrik, die Mitte des 19. Jahrhunderts als Eisenwerk gegründet wurde, als international etablierter Veranstaltungsort für zeitgenössische darstellende Kunst genutzt und erreicht pro Spielzeit bis zu 200.000 Besucher. Die Stärkung der kulturellen Infrastruktur ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung, die mit nachhaltigen Investitionen kulturelle Einrichtungen von nationaler Bedeutung unterstützt.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet