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HSV-Sprinter Owen Ansah wird am Wochenende bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften an den Start gehen, dies gab der Verein bekannt. Trotz laufender Ermittlungen der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) darf der 25-jährige Athlet des Hamburger SV gemäß den Anti-Doping-Bestimmungen weiterhin am Wettkampfgeschehen teilnehmen, da für den ihm vorgeworfenen Verstoß keine zwingende vorläufige Suspendierung vorgesehen ist. Die NADA hat gegen Ansah ein sportrechtliches Ergebnismanagementverfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen eingeleitet, wobei ihm die Verweigerung einer Dopingkontrolle vorgeworfen wird – explizit handelt es sich dabei nicht um einen positiven Dopingtest.
Der Vorfall, der zu den Ermittlungen führte, ereignete sich in der vergangenen Woche. Owen Ansah zufolge klingelte ein Kontrolleur der NADA an einem Donnerstagnachmittag, kurz bevor er sich auf den Weg zum Diamond-League-Wettkampf nach Monaco begeben wollte, „außerhalb meines Zeitfensters“ bei ihm. Ansah erklärte, er sei sehr spät dran gewesen und habe die Probe nicht so kurzfristig abgeben können, zumal er kurz zuvor die Toilette aufgesucht hatte. Er habe die Situation mit dem Kontrolleur besprochen, wobei ihm weder angeboten worden sei, den Kontrolleur mit zum Flughafen zu nehmen, noch seien ihm die möglichen Konsequenzen aufgezeigt worden. Im Gegenteil habe der Kontrolleur ihm sogar viel Glück für Monaco gewünscht.
Unmittelbar nach dem umstrittenen Vorfall in Monaco wurde Owen Ansah am Wettkampftag von der WADA kontrolliert und am darauffolgenden Montag in seinem angegebenen Zeitfenster erneut von der NADA. Beide Kontrollen fielen negativ aus. Der HSV hat seine Unterstützung für Owen Ansah und die zuständigen Organisationen bei der Aufklärung des Sachverhalts zugesichert und steht im engen Austausch mit den Verantwortlichen. Auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ist in Kontakt mit dem Sprinter. Ansah selbst hat angekündigt, sich umfassend gegenüber der NADA äußern und alles tun zu wollen, um den Sachverhalt aufzuklären.
Die Situation belastet den Athleten in einer Phase außergewöhnlichen sportlichen Erfolgs. Erst Anfang Juni hatte der HSV-Sprinter Owen Ansah seinen eigenen deutschen Rekord über 100 Meter auf sensationelle 9,98 Sekunden verbessert und sich damit zum schnellsten Europäer des Jahres 2026 gekürt. Zuletzt bestätigte er seine Top-Form mit einer Zeit von 10,01 Sekunden beim Diamond-League-Meeting in Monte Carlo. Ansah ist für die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 25. und 26. Juli 2026 in Bochum-Wattenscheid gemeldet, wo er als einer der Topstars an den Start gehen wird.
Eine verweigerte Dopingkontrolle kann nach dem Anti-Doping-Code grundsätzlich genauso ernst genommen werden wie ein positiver Dopingtest und im schlimmsten Fall eine Sperre von bis zu vier Jahren nach sich ziehen. Trotz der ernsten Vorwürfe konzentriert sich Owen Ansah, laut seinem Anwalt Rainer Tarek Cherkeh, aktuell voll auf die anstehenden Meisterschaften. Der Ausgang des Verfahrens bleibt abzuwarten, doch für den deutschen Rekordhalter steht viel auf dem Spiel.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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