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Hamburg hat eine neue Beauftragte für jüdisches Leben und die Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus: Anna von Villiez. Die Historikerin, die ihr Amt Ende Juni angetreten hatte, stellte nun im Hamburger Rathaus ihre Pläne und Schwerpunkte für die kommende Zeit vor. Damit gibt sie einen ersten Einblick in die Ziele ihrer Arbeit, die vor allem auf eine messbare Reduzierung von Antisemitismus und die Stärkung jüdischen Lebens in der Hansestadt abzielt.
Anna von Villiez, die seit 2018 die Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule leitet, bringt umfangreiche Expertise in jüdischer Geschichte mit in ihr neues Amt. Ein Kernpunkt ihrer Strategie ist die Bekämpfung von Antisemitismus im Bildungssystem, insbesondere an Schulen und Universitäten. Sie plant, frühzeitig anzusetzen und Bildungsangebote zur Extremismusprävention zu stärken, um antisemitische Einstellungen bei nichtjüdischen Schülern und Lehrkräften zurückzudrängen. Zudem will von Villiez gemeinsam mit anderen Landesbeauftragten gegen digitalen Antisemitismus vorgehen, dem junge Menschen verstärkt ausgesetzt sind.
Ein weiteres zentrales Anliegen der neuen Beauftragten ist es, jüdisches Leben in Hamburg sichtbarer zu machen und als selbstbewussten Teil der Stadtgesellschaft zu präsentieren. Anna von Villiez betonte bei ihrer Vorstellung, dass sie nicht nur auf antisemitische Vorfälle reagieren, sondern aktiv die Voraussetzungen dafür schaffen möchte, dass Antisemitismus in Hamburg langfristig und messbar zurückgeht. Sie sieht die Bekämpfung des Antisemitismus als einen Auftrag an die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft.
Die Neubesetzung des Amtes war nach dem Rücktritt ihres Vorgängers, Stefan Hensel, der sein Amt aufgrund massiver Anfeindungen und mangelndem Engagement des Senats niedergelegt hatte, notwendig geworden. Die Berufung von Anna von Villiez selbst verzögerte sich aufgrund eines gerichtlichen Einspruchs eines Mitbewerbers. Die Herausforderungen für die neue Beauftragte sind erheblich, da Antisemitismus in Deutschland, und auch in Hamburg, zuletzt immer deutlicher spürbar geworden ist, insbesondere seit dem terroristischen Überfall der Hamas auf Israel im Oktober 2023. Eine „Dunkelfeld“-Studie aus dem Jahr 2024 zeigte, dass 77 Prozent der befragten Jüdinnen und Juden in Hamburg in den vorangegangenen zwölf Monaten antisemitische Vorfälle erlebt hatten.
In Anbetracht dieser Entwicklungen soll Anna von Villiez nun gemeinsam mit Politik und Zivilgesellschaft schnelle und effektive Maßnahmen gegen den grassierenden Antisemitismus in Hamburg ergreifen und sich dafür einsetzen, dass jüdisches Leben angstfrei und sicher möglich ist.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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