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Die Hamburger Privatbank Berenberg hat Fehler eingeräumt und ihren Jahresabschluss für 2025 vorgelegt, nachdem die Finanzaufsichtsbehörde Bafin den Austausch ihrer Geschäftsleitung erzwungen hatte. Dieser drastische Schritt der Bafin erfolgte am 19. Juni 2026, als die Befugnisse der drei persönlich haftenden Gesellschafter Hendrik Riehmer, David Mortlock und Christian Kühn mit sofortiger Wirkung suspendiert wurden. Als Grund nannte die Bank Hinweise auf mögliche Corporate-Governance-Verstöße, die während der Jahresabschlussprüfung für 2025 aufgetaucht waren und insbesondere bestimmte Markttransaktionen mit unklarem Hintergrund betrafen, bei deren Aufklärung die nötige Transparenz fehlte.
An die Stelle der abgesetzten Geschäftsleitung traten zwei von der Bafin eingesetzte Sonderbeauftragte: der frühere langjährige Berenberg-Chef Hans-Walter Peters und Michael Horf, ein ehemaliger Vorstand der Degussa Bank. Peters übernahm die Verantwortung für Markt und Kundenthemen, während Horf den Bereich Marktfolge verantwortet. Hans-Walter Peters betonte, dass dieser Schritt notwendig sei, da absolute Integrität einen zentralen Wert für Berenberg darstelle. Zudem wurde klargestellt, dass das Kundengeschäft von den Verstößen nicht betroffen war und keine Kunden geschädigt wurden.
Eine vom Verwaltungsrat veranlasste externe forensische Untersuchung ergab, dass Ergebnisse der Bank geschönt und Kredite zu unüblichen Bedingungen an Mitglieder der Geschäftsleitung vergeben worden waren. Die Prüfer stellten eine systematische bilanzielle Ergebnissteuerung sowie massive Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung und Bewertung einzelner Eigenhandelsgeschäfte fest. Die beanstandeten Buchungen hatten demnach das Ziel, wichtige Kapitalkennzahlen zu steuern und das Haus finanziell stabiler erscheinen zu lassen, als es war.
Der nun vorgelegte Jahresabschluss für 2025 wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte am 20. Juli uneingeschränkt testiert. Berenberg schloss das Jahr 2025 mit einem Jahresüberschuss von 20,2 Millionen Euro ab. Dies stellt einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr 2024 dar, in dem der Überschuss noch bei 81,6 Millionen Euro lag, was einem Gewinneinbruch von rund 75 Prozent entspricht. Für das erste Halbjahr 2026 erwartet die Bank jedoch einen sehr guten Überschuss von rund 40 Millionen Euro. Michael Horf zeigte sich optimistisch und erklärte, dass die Bank alle strittigen Punkte im Jahresabschluss verarbeiten konnte und die Überwachungsfunktionen weiter ausbauen und stärken werde.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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