Hamburg Update

Freispruch für Busfahrer nach tödlichem Unfall in Bergedorf

today22. Juli 2026 12

Hintergrund
share close

Freispruch für einen Busfahrer nach einem tödlichen Unfall in Bergedorf: Ein Gericht in Hamburg hat entschieden, dass der Angeklagte keine Möglichkeit hatte, auf die tragische Situation im Februar 2024 zu reagieren. Das Amtsgericht Hamburg-Bergedorf sprach den 71-jährigen Fahrer frei, nachdem ein neunjähriger Junge bei einem Unglück an einer Bushaltestelle in Neuallermöhe ums Leben gekommen war.

Der Vorfall ereignete sich am 16. Februar 2024 gegen 15.30 Uhr an der Haltestelle Marie-Henning-Weg am Wilhelm-Osterhold-Stieg. Der neunjährige Timur stürzte zwischen die Bordsteinkante und einen Linienbus auf die Fahrbahn und wurde überrollt. Die genaue Ursache seines Sturzes ist weiterhin unklar. Da es sich um eine zweispurige Straße ohne separate Haltebucht handelt, hielt der Bus direkt auf der Fahrbahn, in unmittelbarer Nähe zweier Schulen. Der Busfahrer war wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden.

Im Rahmen des Gerichtsverfahrens, das Anfang Juli 2026 begann, wurde intensiv geprüft, ob der 71-jährige Busfahrer den Unfall hätte verhindern können. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich argumentiert, der Fahrer sei zu schnell gefahren und habe das Kind nicht ausreichend beachtet, zudem hätte er ein Warnsignal geben müssen. Ein Sachverständiger kam jedoch zu dem Schluss, dass der Angeklagte selbst bei einer geringeren Geschwindigkeit von 30 statt 34 Kilometern pro Stunde nicht rechtzeitig hätte bremsen können. Technisch sei es mit dem Gelenkbus zudem nicht möglich gewesen, dem Kind auszuweichen.

Aufgrund der Argumentation des Sachverständigen beantragte sogar die Staatsanwaltschaft im Plädoyer einen Freispruch für den Angeklagten. Die Nebenklage, vertreten durch die Eltern des verstorbenen Jungen, forderte hingegen eine einjährige Bewährungsstrafe. Die Richterin begründete den Freispruch damit, dass dem Busfahrer keine Möglichkeit zur Reaktion auf die unvorhersehbare Situation geblieben sei.

Die Urteilsverkündung sorgte im Gerichtssaal für starke emotionale Reaktionen. Die Mutter des neunjährigen Timur, die als Nebenklägerin auftrat, verlor die Fassung. Sie soll laut Medienberichten die Staatsanwältin angeschrien und versucht haben, den Busfahrer körperlich anzugehen, woraufhin sie den Saal verlassen musste. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet