Listeners:
Top-Hörer:
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Die Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN 90er Die 90er Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Deep Die Deephouse Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN 80er Die 80er Hits von St. Pauli
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Malle Die Hits von Mallorca
play_arrow
RADIO REEPERBAHN Schlager Die Schlager Hits von St. Pauli
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Hamburg, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, ist Ende vergangenen Jahres um fünf Prozent gestiegen. Laut Statistikamt Nord erhielten Ende 2025 insgesamt 12.640 Menschen in der Hansestadt Sozialhilfe in Form der Hilfe zur Pflege. Dies unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung für viele Hamburgerinnen und Hamburger, die auf professionelle Pflege angewiesen sind.
Die demografische Analyse der Empfänger zeigt, dass ein Großteil der Betroffenen älter als 64 Jahre ist, nämlich 84 Prozent. Der Anteil der Frauen liegt dabei mit 63 Prozent deutlich über dem der Männer. Mehr als die Hälfte der sozialhilfeabhängigen Pflegebedürftigen, genau 53 Prozent, wurde ausschließlich in stationären Pflegeeinrichtungen versorgt. Hilfe zur Pflege wird jenen gewährt, die die Kosten ihrer Pflege nicht selbst oder durch Leistungen Dritter, wie beispielsweise der Pflegeversicherung, in ausreichendem Umfang decken können.
Ein wesentlicher Grund für den Anstieg ist die kontinuierliche Verteuerung der Pflege. In Hamburg sind die Eigenbeteiligungen für einen Pflegeheimplatz erheblich gestiegen. Mit Stand Anfang Juli belief sich die durchschnittliche Eigenbeteiligung im ersten Jahr auf 3.481 Euro monatlich, was einem Anstieg von 302 Euro innerhalb eines Jahres entspricht. Damit gehört die Pflege in Hamburg zu den teureren in Deutschland. Diese hohen Zuzahlungen überfordern zunehmend die finanziellen Möglichkeiten vieler Pflegebedürftiger und ihrer Familien.
Die Ursachen für die steigenden Pflegekosten sind vielschichtig: Neben dem demografischen Wandel und dem damit verbundenen steigenden Pflegebedarf tragen auch höhere Lohnkosten im Pflegebereich sowie gestiegene Qualitätsanforderungen zu den Kostensteigerungen bei. Ein besonders kritischer Punkt sind die Investitionskosten der Pflegeeinrichtungen, die eigentlich Ländersache sind, in Hamburg jedoch auf die Pflegebedürftigen umgelegt werden. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) weist darauf hin, dass Heimbewohner in der Hansestadt monatlich rund 574 Euro sparen könnten, wenn das Land Hamburg seine Verantwortung in diesem Bereich vollumfänglich wahrnehmen würde.
Der Anstieg der auf Sozialhilfe angewiesenen Pflegebedürftigen ist kein rein Hamburger Phänomen, sondern spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Prognosen der Krankenkasse DAK gehen davon aus, dass die Sozialhilfequote unter Pflegebedürftigen im laufenden Jahr 2026 auf 37 Prozent steigen wird und bis 2035 sogar knapp 43 Prozent erreichen könnte. Angesichts dieser Entwicklung fordert der Sozialverband SoVD Hamburg eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung, die eine solidarische Pflegevollversicherung vorsieht, welche die pflegebedingten Kosten vollständig übernimmt und das Armutsrisiko der Pflegebedürftigen mindert.
Symbolbild – Foto: Jsme MILA / Pexels
Geschrieben von: Redaktion
© 2026 Copyright Eyecansee Communications GmbH & Co. KG
Beitrags-Kommentare (0)