Hamburg Update

Warnstreik bei Stadtreinigung: Öffentliche Toiletten bleiben ungeputzt

today15. Juli 2026 8

Hintergrund
share close

Hamburg, 15. Juli 2026

Wegen eines Warnstreiks bei einer Tochterfirma der Hamburger Stadtreinigung bleiben am Dienstag, den 14. Juli, und Mittwoch, den 15. Juli 2026, öffentliche Toiletten in der Hansestadt ungereinigt. Rund 35 Mitarbeitende der Stadtteilreinigungsgesellschaft mbH (STR) sind dem Streikaufruf gefolgt, wodurch die Reinigungsarbeiten der öffentlichen WCs entfallen. Diese Maßnahme führt dazu, dass beliebte Orte in Hamburg, wie beispielsweise der Bahnhof Altona, von der Beeinträchtigung betroffen sein könnten.

Hintergrund der Arbeitsniederlegung sind gescheiterte Tarifverhandlungen für einen eigenständigen Entgelt-Tarifvertrag für die Beschäftigten der STR. Der Deutsche Beamtenbund (dbb) und die Komba-Gewerkschaft Hamburg hatten die Verhandlungen für gescheitert erklärt und den Warnstreik initiiert. Die Gewerkschaften werfen der Arbeitgeberseite vor, die Entgelte der rund 60 betroffenen Mitarbeitenden weiterhin im Wesentlichen auf dem Niveau des gesetzlichen Mindestlohns zu belassen.

Die Kernforderung der streikenden Reinigungskräfte ist eine faire Bezahlung, die sich nicht am gesetzlichen Mindestlohn orientiert, sondern an den Entgelttabellen der Muttergesellschaft, der Stadtreinigung Hamburg, dem sogenannten TV-AVH. Bereits im Mai 2026 konnte ein neuer, von der Gebäudereinigungsbranche unabhängiger Manteltarifvertrag vereinbart werden. Die Verhandlungen über die Löhne blieben jedoch ohne Ergebnis. Sollten die Arbeitgeber nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren und ein ernsthaftes Angebot vorlegen, drohen die Gewerkschaften mit einer Urabstimmung und einem unbefristeten Arbeitskampf. Zu den Aufgaben der Stadtteilreinigungsgesellschaft mbH gehören neben der Reinigung der öffentlichen Toiletten auch das Säubern von Papierkörben und Containerstandorten sowie die Entfernung von Graffiti und illegalen Aufklebern.

Die Stadtreinigung Hamburg ist eine Anstalt öffentlichen Rechts, die vollständig im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg steht und für den Bau, die Unterhaltung und den Betrieb von über 140 öffentlichen Toilettenanlagen im Stadtgebiet zuständig ist. Insgesamt gibt es in Hamburg rund 200 öffentliche Toiletten, von denen etwa die Hälfte kostenfrei genutzt werden kann, während für andere in der Regel 50 oder 60 Cent fällig werden. Die Stadt investiert auch finanziell in diese Infrastruktur: So wurden beispielsweise im Rahmen einer „Toilettenoffensive“ im Jahr 2022 mehr als 8 Millionen Euro für Investitionen und Sanierungen bereitgestellt.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet