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Die Hamburger Elternkammer fordert dringend Nachbesserungen beim Schulschwimmunterricht in den dritten und vierten Klassen. Viele Eltern äußern Unzufriedenheit mit den aktuellen Abläufen, insbesondere wegen Problemen beim Hinkommen und mangelnder Betreuung während des Unterrichts. Die Forderung zielt darauf ab, die Qualität und Sicherheit des Schwimmunterrichts maßgeblich zu verbessern.
Tatsächlich beginnen laut aktueller Zahlen rund 53 Prozent der Hamburger Erstklässler ohne jegliche Schwimmkenntnisse oder Wassergewöhnung den verpflichtenden Schulschwimmunterricht in der dritten Klasse. Viele Kinder haben sogar Angst, ihr Gesicht nass zu machen. Obwohl bis zum Ende der vierten Klasse etwa 84 Prozent der Schülerinnen und Schüler mindestens das Seepferdchen-Abzeichen erreichen und davon 70 bis 74 Prozent das Bronze-Abzeichen schaffen, gelten Kinder erst mit dem Bronze-Abzeichen als sichere Schwimmer. Besonders eklatant sind die sozialen Unterschiede: In finanziell schwächeren Stadtteilen ist der Anteil der Nichtschwimmer deutlich höher, wobei ein niedriger Sozialstatus das Risiko, nicht schwimmen zu können, verdreifacht.
Die von Eltern beklagten Schwierigkeiten beim „Hinkommen“ zum Schwimmunterricht und die mangelnde Betreuung sind wiederkehrende Kritikpunkte. Zwar organisiert die Schulbehörde Busbeförderungen für Schulen, deren Weg zur Schwimmhalle mit öffentlichen Verkehrsmitteln länger als 30 Minuten dauert. Zudem stellt die Behörde den Schulen Mittel für pädagogische Begleitpersonen zur Verfügung, die über die reine Wege-Begleitung hinaus auch während des Unterrichts vor Ort bleiben können. Dennoch hat die Elternkammer bereits in der Vergangenheit kritisiert, dass bei zusätzlichen Schwimmlernangeboten, etwa zum Nachholen pandemiebedingter Ausfälle, weiterhin eine elterliche Begleitung erforderlich sein kann, was benachteiligte Kinder erneut ausschließt.
Als Reaktion auf die bundesweit mangelnde Schwimmfähigkeit hat Hamburg im Dezember 2025 die Initiative „Ab ins Wasser“ gestartet. Im Rahmen dieser Aktion erhalten rund 19.000 Erstklässler, die im Sommer 2025 eingeschult wurden, Gutscheine für drei kostenfreie Besuche in einem städtischen Schwimmbad, zusammen mit einem Elternteil. Ziel ist es, Zugangshürden wie hohe Kosten und lange Wartezeiten abzubauen und Kindern frühzeitig positive Wassererfahrungen zu ermöglichen. Bäderland Hamburg führt den obligatorischen Schulschwimmunterricht seit 2006/2007 mit speziell ausgebildeten Fachkräften durch und betreut pro Schulhalbjahr etwa 15.000 bis 17.000 Kinder nach einem einheitlichen Konzept.
Die Schulbehörde berichtet von einem stetigen Anstieg der erreichten Schwimmabzeichen nach dem Einbruch während der Corona-Pandemie, auch wenn die Vor-Corona-Werte noch nicht vollständig erreicht wurden. Trotz dieser positiven Entwicklungen und Initiativen unterstreichen die Forderungen der Elternkammer die anhaltende Notwendigkeit, den Schulschwimmunterricht weiter zu optimieren. Das erklärte Ziel bleibt, dass jedes Kind in Hamburg am Ende der Grundschulzeit sicher schwimmen kann.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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