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Weniger Drogendelikte in Hamburg, aber keine Entwarnung.
Die Zahl der registrierten Rauschgiftdelikte ist in Hamburg zwar um fast ein Drittel zurückgegangen. Dennoch warnen Experten davor, dass das Drogenproblem in der Stadt weiterhin groß ist. Konkret sank die Anzahl der erfassten Rauschgiftdelikte im Jahr 2024 um 33,5 Prozent auf 11.313 Fälle, was einem Rückgang von 5.709 Fällen entspricht. Dieser deutliche Rückgang wird maßgeblich auf die Legalisierung von Cannabis zurückgeführt.
Trotz dieser Statistik geben die Behörden keine Entwarnung. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2023 zeigte noch einen Anstieg der Rauschgiftdelikte um 12 Prozent auf einen neuen Höchststand von 17.022 Delikten, vor allem bedingt durch erhöhte Polizeipräsenz und intensive Kontrolltätigkeiten rund um den Hauptbahnhof. Auch wenn die Gesamtzahl der Drogendelikte gesunken ist, bleibt der Konsum harter Drogen ein ernstes Problem. Insbesondere Crack ist weiterhin sehr verbreitet, auch wenn 2024 ein leichter Rückgang verzeichnet wurde. Im Stadtteil St. Georg machte Crack im Jahr 2023 mit rund 33 Prozent noch vor Cannabis und Heroin den größten Anteil der dort festgestellten Drogen aus. Bei Kokain wurde 2024 sogar ein leichter Anstieg der Konsumentendelikte festgestellt. Großfunde wie 44 Kilogramm Kokain in Schnelsen im Januar 2026 oder über 80 Kilogramm im Juni 2026 unterstreichen die anhaltende Verfügbarkeit und den Handel mit dieser Droge.
Hamburg ist als Hafenstadt in besonderer Weise vom internationalen Drogenhandel und der Organisierten Kriminalität betroffen. Die Bekämpfung dieser Strukturen hat für den Senat oberste Priorität. Die Erträge aus illegalen Geschäften der Organisierten Kriminalität erreichten im Jahr 2023 über 36 Millionen Euro, und die gesicherten Vermögenswerte im Zuge der Verfahren beliefen sich auf gut 10,3 Millionen Euro. Die Polizei geht konsequent gegen internationale Strukturen der organisierten Kriminalität vor und konnte im Jahr 2023 einen neuen Höchststand bei Verfahren gegen die organisierte Drogenkriminalität verzeichnen.
Die Herausforderungen konzentrieren sich weiterhin auf Hotspots wie St. Georg und das Umfeld des Hauptbahnhofs, wo offener Drogenhandel, Prostitution und Kriminalität das Straßenbild prägen. Die erhöhte Polizeipräsenz und die niedrigschwellige Ansprechbarkeit der Einsatzkräfte führen dazu, dass vermehrt Taten innerhalb der Drogen- und Trinkerszene zur Anzeige gebracht werden, die ansonsten unentdeckt geblieben wären, was auch zu einem Anstieg der Gewaltkriminalität in diesen Stadtteilen führte. Sozialarbeiter und Bürgerinitiativen fordern angesichts der sichtbaren Verelendung und des Problems des öffentlichen Drogenkonsums, etwa von Crack, weiterhin die Schaffung von Konsumräumen.
Die Situation in Hamburg bleibt somit komplex. Während die Statistik einen Rückgang der registrierten Rauschgiftdelikte aufgrund neuer Gesetzgebungen zeigt, deuten die Entwicklungen bei harten Drogen, die Aktivitäten der Organisierten Kriminalität und die sozialen Herausforderungen in den Problemvierteln darauf hin, dass das Drogenproblem in seiner Tiefe weiterhin eine große Aufgabe für die Stadt darstellt.
Symbolbild – Foto: MART PRODUCTION / Pexels
Geschrieben von: Redaktion
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