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Hamburgs Wirtschaft bleibt angespannt, wie das aktuelle Konjunkturbarometer der Handelskammer zeigt. Besonders im Einzelhandel und Baugewerbe ist das Geschäftsklima schlecht, während andere Branchen zuversichtlich bleiben. Der Geschäftsklimaindikator verharrt aktuell auf einem niedrigen Niveau und liegt mit 89,6 Punkten im zweiten Quartal 2026 schlechter als im Vorjahreszeitraum und deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 105,8 Punkten seit dem Jahr 2000. Die Unternehmen in der Metropolregion blicken weiterhin mit Zurückhaltung auf die wirtschaftliche Entwicklung, wobei etwa ein Viertel die aktuelle Situation als kritisch bewertet.
Als größte Herausforderungen nennen die befragten Unternehmen vor allem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise sowie die schwache Nachfrage im Inland. Auch steigende Arbeitskosten und der Fachkräftemangel werden als Risiken genannt, wobei die Sorge um diese Faktoren im Vergleich zum Vorjahr etwas nachgelassen hat. Geopolitische Unsicherheiten tragen ebenfalls zur Verunsicherung der Hamburger Wirtschaft bei. Die Unternehmen warten seit Monaten darauf, dass angekündigte Reformen im Bund wie auch in Hamburg tatsächlich umgesetzt werden.
Besonders hart trifft die angespannte Lage den Einzelhandel. Das Geschäftsklima in diesem Sektor bleibt mit 69,5 Punkten deutlich schlechter als der Durchschnitt der Hamburger Wirtschaft und wird als „turbulente Zeiten“ beschrieben. Die Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage fällt hier gleichermaßen pessimistisch aus, wobei rund vier von zehn Handelsunternehmen eine ungünstigere Entwicklung erwarten. Die schwierige Wirtschaftslage zeigt sich auch in den jüngsten Tarifverhandlungen vom Mai 2026, und seit 2022 sind im Einzelhandel bundesweit rund 73.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.
Auch im Baugewerbe präsentiert sich ein gemischtes Bild der Unsicherheit. Im ersten Quartal 2026 verzeichneten die größeren Hamburger Bauhauptgewerbebetriebe zwar einen deutlichen Anstieg der Auftragseingänge um 34,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, maßgeblich getragen durch den Wirtschaftsbau, dessen Auftragszahlen sich mehr als verdoppelten. Demgegenüber sanken die Auftragseingänge im Wohnungsbau um 52,5 Prozent und im Straßenbau um 41,6 Prozent drastisch. Die Umsätze entwickelten sich im Bauhauptgewerbe insgesamt negativ, mit einem Rückgang von zwölf Prozent im ersten Quartal 2026, insbesondere im Wohnungsbau (-39,6 Prozent) und Straßenbau (-21,4 Prozent). Auch das Hamburger Handwerk meldete im Frühjahr 2026 eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, wobei erstmals seit vier Jahren keine Frühjahrsbelebung messbar war und ein negativer Trend sich verstetigt.
Trotz der allgemeinen Zurückhaltung gibt es in Hamburgs Wirtschaft auch Lichtblicke. Branchen wie das Verarbeitende Gewerbe (ohne Mineralölverarbeitung), der IT- und Gesundheitssektor sowie Finanzdienstleister verzeichneten im zweiten Quartal 2025 überdurchschnittlich gute Geschäftsklimawerte. Die Luftfahrtindustrie boomt, mit Airbus als einem der weltweit größten zivilen Luftfahrtstandorte, der auf Jahre hinaus ausgelastet ist und rund 50.000 Beschäftigte zählt. Hamburg positioniert sich zudem als attraktiver Standort für Start-ups, insbesondere im IT-Bereich, wo innovative Lösungen und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. Dies unterstreicht die vielfältige Wirtschaftsstruktur der Hansestadt, die auch in schwierigen Zeiten Stärken in spezialisierten Bereichen aufweist.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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