Hamburg Update

Elternverein steigt aus Schulbegleitung aus

today11. Juli 2026 2

Hintergrund
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Die Hamburger Schulbehörde plant eine Neuausrichtung der Schulbegleitung für Kinder mit Behinderungen, was weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. Ein Elternverein hat daraufhin Konsequenzen gezogen und sich aus dem bisherigen Angebot zurückgezogen. Dies könnte für zahlreiche Familien, die auf diese Unterstützung angewiesen sind, erhebliche Auswirkungen haben.

Bildungssenatorin Ksenija Bekeris betont, dass Inklusion an Hamburgs Schulen nicht zur Debatte stehe und die Schulbegleitung weder abgewickelt noch pauschal gekürzt werde. Sie erklärt, dass vielmehr das Bewilligungsverfahren weiterentwickelt werde, um Entscheidungen transparenter und am individuellen Unterstützungsbedarf orientiert zu treffen. Für das kommende Haushaltsjahr 2027 seien sogar steigende Mittel von rund 44 Millionen Euro vorgesehen, im Vergleich zu 32,6 Millionen Euro im Jahr 2024. Laut Bekeris sei der Aufwuchs an bewilligten Schulbegleitungen von 1.574 im Schuljahr 2014/15 auf 4.011 im aktuellen Schuljahr 2025/26 fachlich nicht vollständig zu erklären, da Bewilligungen teilweise auch ohne drohende oder bestehende Behinderung erfolgt seien.

Kritiker sehen dies jedoch anders. Der Elternverein Leben mit Behinderung Hamburg hat in einem Brief an die Schulbehörde seine Fragen und Erwartungen aus Elternsicht benannt und warnt vor einer Gefährdung der Teilhabe. Geplante Maßnahmen umfassen unter anderem eine Reduzierung von FSJler-Stellen an allen Hamburger Schulen und das Ende der Möglichkeit, nicht besetzte Stellen mit höherwertigem Personal auszugleichen. Zudem sollen Kinder mit bestimmten Förderbedarfen wie Lernen, Sprache oder emotional-sozialer Entwicklung eine Schulbegleitung erst erhalten, wenn nach einem Jahr nachgewiesen wurde, dass schulische Unterstützung nicht ausreicht. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert, dass dies zu einem deutlichen Qualitätsverlust führen könnte und sieht darin eine Verschlechterung der Bildungs- und Teilhabechancen. Auch die Elternkammer Hamburg fordert, die geplanten Änderungen zum Schuljahr 2026/27 auszusetzen und kritisiert das fehlende Beteiligungsrecht der Eltern.

Eltern berichten bereits, dass Kinder zu Hause bleiben, weil notwendige Assistenz, etwa für Toilettentraining, Nahrungsaufnahme und Aufsicht, nicht gesichert ist. Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt ebenfalls, dass die Bildungsbehörde nach den Sommerferien weniger Schulbegleiter bewilligen will. Es wird befürchtet, dass individuelle, qualifizierte Schulbegleitung künftig stärker durch Pool- und Kombinationslösungen ersetzt wird, bei denen eine Kraft mehrere Kinder betreut.

Die Kontroverse hat sich zugespitzt: Eine Demonstration unter dem Motto „Hände weg von der Schulbegleitung“ versammelte nach Veranstalterangaben rund 1000 Menschen am Jungfernstieg, während eine Petition gegen die geplanten Änderungen bereits über 7.000 Unterschriften gesammelt hat. Die Debatte verdeutlicht die tiefe Verunsicherung bei Familien, Verbänden und Schulen hinsichtlich der zukünftigen Sicherstellung der Inklusion in Hamburgs Bildungseinrichtungen.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

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