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Hamburg steht vor einem kostspieligen Desaster: Die geplante Müllverwertungsanlage in Hamburg-Bahrenfeld, offiziell bekannt als Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE), ist nach einem vernichtenden Zeugnis von Wirtschaftsprüfern massiv teurer als geplant. Der Aufsichtsrat der Stadtreinigung wurde laut einem Bericht der Wirtschaftsprüfer von Deloitte nicht realistisch über den Projektstand informiert. Die geschätzten Gesamtkosten des Projekts könnten nach den jüngsten Erkenntnissen auf bis zu 780 Millionen Euro steigen, was einer Mehrung von über einer halben Milliarde Euro gegenüber früheren Planungen entspricht. Auch die Fertigstellung ist weiterhin ungewiss.
Das ZRE an der Schnackenburgallee in Bahrenfeld, auf dem Gelände der ehemaligen Müllverwertungsanlage Stellinger Moor, sollte ursprünglich ein Pionierprojekt und Meilenstein der Abfallwirtschaft werden. Es ist als wichtiger Baustein der Hamburger Wärmewende konzipiert und soll Rest- sowie Gewerbemüll sortieren, Wertstoffe für das Recycling zurückgewinnen und aus den verbleibenden Abfällen Strom und Fernwärme erzeugen. Geplant war, dass die Anlage jährlich 323.000 Tonnen Müll verarbeiten und damit bis zu 50 Prozent des Wärmebedarfs der Hamburger Haushalte decken könnte. Bei Baubeginn im April 2023 war eine Inbetriebnahme bereits für das Jahr 2025 vorgesehen.
Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte übten scharfe Kritik an der Projektführung und stellten fest, dass dem Aufsichtsrat „essenzielle Informationen“ über Kostensteigerungen und zeitliche Verzögerungen „schlicht vorenthalten“ wurden. In dem Bericht werden Mängel in der Projektplanung und -überwachung sowie im Risikomanagement genannt. Umweltsenatorin Katharina Fegebank, die dem Aufsichtsrat der Stadtreinigung vorsitzt, sprach in diesem Zusammenhang von einem „klaren Vertrauensbruch“ und zeigte sich „maßlos verärgert“. Die Situation, die die neue Geschäftsführung der Stadtreinigung Anfang 2026 vorfand, entsprach demnach nicht den bisherigen Berichten.
Als direkte Konsequenz der aufgedeckten Probleme prüft der Aufsichtsrat nun mögliche Schadenersatzansprüche gegen den früheren Geschäftsführer der Stadtreinigung und weitere Projektverantwortliche. Eine externe Kanzlei wurde beauftragt, um zu klären, ob Pflichtverletzungen, etwa durch unzureichendes Risikomanagement oder fehlerhafte Information des Aufsichtsrats, vorliegen.
Die Verzögerungen sind gravierend: Das ZRE wird voraussichtlich frühestens 2029/30 ans Netz gehen, was einem Verzug von rund drei Jahren entspricht. Eine Teil-Inbetriebnahme ist technisch nicht möglich. Diese erneuten Terminverschiebungen und die massiven Kostensteigerungen von einer halben Milliarde Euro werden voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf die Hamburgerinnen und Hamburger haben, primär über höhere Müllgebühren. Auch Folgen für den Fernwärmepreis können nicht ausgeschlossen werden. Zudem könnte die weitere Verzögerung des ZRE Hamburgs Klimaziele gefährden, da die Anlage als Ersatz für das 2027 abzuschaltende Kohlekraftwerk Wedel dienen sollte.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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