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Hamburg sieht sich weiterhin mit erheblichen Kostensteigerungen bei seinen Großprojekten konfrontiert. Nachdem bereits bei Hamburg Wasser und der Stadtreinigung ähnliche Probleme auftraten, sind nun auch bei weiteren Planungen der Hamburger Umweltbehörde massive Budgetüberschreitungen zu verzeichnen. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hatte den Senat hierzu befragt und fordert seit Längerem eine bessere Kostenkontrolle.
Ein besonders drastisches Beispiel ist das Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) der Stadtreinigung Hamburg, ein Vorzeigeprojekt im Bereich der Müllentsorgung und Energiewende. Die ursprünglich im Jahr 2022 mit 456 Millionen Euro veranschlagten Kosten wurden zunächst auf 534 Millionen Euro erhöht und liegen nach jüngsten Einschätzungen bei etwa 750 Millionen Euro oder sogar darüber hinaus. Auch die Fertigstellung verzögert sich erheblich, von ursprünglich 2025 auf voraussichtlich 2029 oder 2030. Aufgrund der massiven Kostenexplosion und des Verdachts auf Missmanagement prüft der Aufsichtsrat der Stadtreinigung inzwischen rechtliche Schritte gegen die ehemalige Geschäftsführung. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) erklärte, dass die Probleme erst nach dem Führungswechsel Anfang 2026 sichtbar wurden, da dem Aufsichtsrat Ende 2025 noch mitgeteilt worden sei, dass „alles im Plan“ sei. Das ZRE ist ein wichtiger Baustein der Hamburger Wärme- und Energiewende und soll das 2027 abzuschaltende Kohlekraftwerk Wedel ersetzen.
Auch andere Projekte im Zuständigkeitsbereich der Umweltbehörde sind von Kostenüberschreitungen betroffen. Die Klärschlammverbrennungsanlage Vera II im Hamburger Hafen, deren ursprüngliche Kosten bei 196 Millionen Euro lagen, wird nun mit 297,2 Millionen Euro kalkuliert; das Gesamtbudget inklusive zweier Parallelprojekte erreicht 325 Millionen Euro. Hier wurde bereits die damalige Unternehmensspitze ausgetauscht. Des Weiteren verzeichnen Bauprojekte der Hamburger Energienetze GmbH, wie der Neubau eines Eingangspavillons, eines Parkhauses und eines Mehrzweckgebäudes, eine Kostensteigerung von einem Drittel, von 53,6 Millionen Euro auf nun 71,3 Millionen Euro.
Hamburg Wasser sieht sich ebenfalls mit finanziellen Nachforderungen aufgrund von Bauverzögerungen und Projektschwierigkeiten konfrontiert, die derzeit geprüft werden und zu denen noch keine konkreten Zahlen vorliegen. Das Unternehmen plant bis 2029 Investitionen von über einer Milliarde Euro, insbesondere in das Trinkwassernetz und die Abwasserinfrastruktur, unter anderem als Reaktion auf Diskussionen über Rohrbrüche. Trotz eines gestiegenen Gewinns im vergangenen Jahr müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher auf steigende Preise einstellen. Bereits zum 1. Januar 2025 wurden die Trinkwasserpreise angehoben, um gestiegenen Energie-, Personal- und Materialkosten sowie Investitionen in die kritische Infrastruktur zu begegnen.
Die Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion kritisiert diese Entwicklung scharf und fordert eine deutlich verbesserte Kostenkontrolle und ein effektiveres Risikocontrolling bei den Großprojekten der Stadt. Sie bemängelt, dass das von der rot-grünen Koalition angekündigte kostenstabile Bauen nicht funktioniert habe und die Kostensteigerungen den öffentlichen Haushalt sowie die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler über viele Jahre belasten werden. Im September 2025 hob der Bund der Steuerzahler in seinem jährlichen Schwarzbuch zahlreiche Fälle von Steuergeldverschwendung in Hamburg hervor.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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