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Iranische Spione vor Gericht in Hamburg

today7. Juli 2026 3

Hintergrund
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Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg hat ein aufsehenerregender Prozess gegen mutmaßliche iranische Spione begonnen. Den Angeklagten wird vorgeworfen, in Deutschland antisemitische Anschläge, auch auf Vertreter jüdischer Organisationen, vorbereitet zu haben. Die Hauptverhandlung startete am Freitag, den 26. Juni 2026, vor dem 8. Strafsenat, einem Staatsschutzsenat des Gerichts.

Im Fokus stehen zwei Männer: ein 54-jähriger Däne mit afghanischen Wurzeln als Hauptbeschuldigter und ein 42-jähriger afghanischer Staatsbürger, der im Iran geboren wurde, als mutmaßlicher Komplize. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten geheimdienstliche Agententätigkeit und versuchte Beteiligung an Verbrechen des Mordes und der schweren Brandstiftung vor. Die Anklage geht davon aus, dass die beiden Männer im Auftrag des Iran, genauer der Al-Kuds-Brigaden – der Auslandseinheit der iranischen Revolutionsgarden – agierten.

Zu den von den mutmaßlichen Spionen ausgespähten Zielen sollen der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sowie Volker Beck, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und ehemalige Grünen-Politiker, gehören. Darüber hinaus sollen Vorbereitungen für einen Brandanschlag auf ein koscheres Lebensmittelgeschäft in Berlin getroffen worden sein. Der Hauptangeklagte soll Anfang 2025 direkte Aufträge von Offizieren der Al-Kuds-Brigaden erhalten und Orte in Berlin ausgekundschaftet haben, wobei er mit seinem Mobiltelefon Fotos von Gebäuden und deren Umgebung anfertigte. Volker Beck nahm am ersten Verhandlungstag als Zuschauer im Gerichtssaal Platz und hat beantragt, als Nebenkläger zugelassen zu werden.

Der 54-jährige Hauptbeschuldigte wurde am 26. Juni 2025 in Aarhus, Dänemark, festgenommen und wenige Wochen später nach Deutschland überstellt, wo er sich seitdem in Untersuchungshaft befindet. Sein mutmaßlicher Komplize wurde im November 2025 ebenfalls in Dänemark festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Für den Prozess sind insgesamt 19 Verhandlungstage bis Mitte Oktober 2026 angesetzt. Bundesanwalt Stephan Morweiser betonte die Bedeutung des Verfahrens, indem er erklärte, dass es zeige, dass der Iran weiterhin ein wesentlicher Akteur im Bereich der Spionage sei und die iranischen Revolutionsgarden Deutschland zunehmend als Handlungsraum für staatsterroristische Anschläge betrachteten.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

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