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RADIO REEPERBAHN Hamburg informiert: Deutlich höheres Bußgeld für Gänsefüttern an der Alster
Hamburg verdoppelt das Bußgeld für das Füttern von Graugänsen an der Alster. Künftig müssen Ertappte mit Strafen von bis zu 200 Euro rechnen, um der stetig wachsenden Gänsezahl entgegenzuwirken. Bei wiederholten Verstößen können sogar noch höhere Bußgelder im vierstelligen Bereich verhängt werden, da die Hamburger Bezirksämter in Zusammenarbeit mit der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) den Bußgeldkatalog umfassend überarbeitet haben. Die neuen Regelungen traten zum 29. Juli 2026 in Kraft und gelten einheitlich im gesamten Stadtgebiet.
Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die anhaltend hohe Population von Graugänsen, insbesondere rund um die Alster. Schwanenvater Olaf Nieß zählte beispielsweise im Juli 2026 allein auf der Alster 1674 Graugänse, eine Zahl, die von Experten als „viel zu viele“ eingeschätzt wird. Ein wesentlicher Grund für diese Überbevölkerung ist die Fütterung durch Menschen. Diese falsch verstandene Tierliebe führt dazu, dass die Wildvögel ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren und zudem ganzjährig in Hamburg verbleiben, anstatt wie Zugvögel saisonal zu wandern. Auch sogenannte Mausergäste aus dem Umland und Schleswig-Holstein tragen zur hohen Zahl bei, da sie während ihres Federwechsels, in dem sie flugunfähig sind, die Alsterregion aufgrund geringerer Bedrohung durch natürliche Feinde wie Füchse aufsuchen.
Die Folgen der übermäßigen Gänsepopulation und der Fütterungen sind vielfältig und gravierend für Umwelt und Mensch. Liegewiesen, Steganlagen und private Grundstücke sind stark mit Gänsekot verunreinigt, was die Erholungsqualität für die Hamburgerinnen und Hamburger erheblich einschränkt und als unhygienisch wahrgenommen wird. Darüber hinaus leiden die Schilf- und Ufervegetation unter dem Fraß der Tiere, was ökologische Schäden verursacht. Der Eintrag von Gänsekot und nicht gefressenen Brotresten in die Gewässer führt zu einer Überdüngung der Alster, fördert das Wachstum von Algen und kann zu Sauerstoffmangel führen, der Fischen und anderen Kleinlebewesen schadet.
Nicht zuletzt schadet die Fütterung auch den Tieren selbst. Brot stellt keine artgerechte Nahrung dar und kann die Gänse krank machen, träge werden lassen und zu Stress sowie Krankheiten durch Überbevölkerung führen. Die Behörden betonen, dass wildlebende Tiere in der Natur ausreichend Nahrung finden und die menschliche Fütterung nicht benötigen. Als weitere Maßnahme zur Eindämmung des Problems wurden bereits zusätzliche Hinweisschilder zum Fütterungsverbot aufgestellt. Langfristig ist zudem ein komplexes „Gänse-Management“ für den Alsterraum geplant, das Artenschutz, Tierschutz und Jagdrecht berücksichtigen soll, dessen Umsetzung jedoch Zeit und Ressourcen erfordert.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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