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UKE-Studie sieht mehr Klinikfälle nach Cannabis-Legalisierung

today23. Juli 2026 4

Hintergrund
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Hamburger Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben einen signifikanten Anstieg von Klinikfällen seit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland festgestellt und vermuten einen Zusammenhang mit der Gesetzesänderung. Eine aktuelle Studie des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) am UKE, die im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurde, analysierte hierfür Abrechnungsdaten deutscher Kliniken über einen Zeitraum von fast vier Jahren.

Die Untersuchung, die Daten von Januar 2022 bis September 2025 auswertete, ergab, dass im ersten Jahr nach der teilweisen Legalisierung im April 2024 die Krankenhauseinweisungen aufgrund cannabisbedingter Störungen bei Erwachsenen um 5,6 Prozent zugenommen haben. Hochgerechnet entspricht dies bundesweit etwa 1.359 zusätzlichen Klinikaufnahmen bei Erwachsenen innerhalb eines Jahres. Besonders stark stiegen dabei die akuten Vergiftungen mit Cannabis um 37,1 Prozent sowie cannabisbedingte Psychosen um 16,4 Prozent an. Dieser „Niveausprung“ bei Erwachsenen wird als unmittelbare Folge der Gesetzesänderung interpretiert.

Auch bei Kindern und Jugendlichen gab es unmittelbar nach der Legalisierung einen sprunghaften Anstieg der Klinikfälle um 14,9 Prozent. Dieser Anstieg war jedoch zeitlich begrenzt und normalisierte sich in den folgenden Wochen wieder auf das Niveau vor der Gesetzesänderung. Dennoch wurden im ersten Jahr nach der Legalisierung insgesamt 91 Kinder und Jugendliche mehr wegen cannabisbezogener Probleme behandelt als im Vorjahr. Die Zunahme bei jungen Menschen scheint sich insbesondere auf den Sommer und Herbst 2024 konzentriert zu haben.

Die Ergebnisse der UKE-Forscher werden durch weitere Erhebungen gestützt. So verzeichnete die KKH Kaufmännische Krankenkasse für das Jahr 2024 einen Anstieg von 14,5 Prozent bei Menschen, die wegen psychischer und Verhaltensstörungen aufgrund von Cannabis ärztlich behandelt wurden, was einen Zehn-Jahres-Höchststand darstellt. Die Studienautoren des UKE sehen als einen möglichen Erklärungsansatz die öffentliche Debatte nach der Teillegalisierung, die mehr Menschen zum Probieren von Cannabis bewegt haben könnte. Experten, die nicht direkt an der Studie beteiligt waren, wie Prof. Dr. Alkomiet Hasan, bewerten die Ergebnisse als erwartbar, bezeichnen die genauen Ursachen aber noch als Spekulation. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass der THC-Gehalt in Cannabiskraut in den letzten zehn Jahren um 41 Prozent gestiegen ist, was die Risiken erhöhen könnte.

Das Projekt des UKE ist Teil einer umfassenderen Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (CanG), die vom Bundesministerium für Gesundheit finanziert wird und deren Abschlussbericht im zweiten Quartal 2028 erwartet wird. Das Bundesministerium für Gesundheit betont die Gesundheitsgefahren, insbesondere für Kinder und Jugendliche, da THC als psychoaktiver Stoff bis zur vollständigen Hirnreife im Alter von 25 Jahren schädigend wirken kann. Daher bleiben Anbau, Erwerb und Besitz von Cannabis für Minderjährige weiterhin verboten. Zudem wird auf die Notwendigkeit verstärkter Präventions- und Aufklärungsarbeit hingewiesen.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

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