Hamburg Update

Ausbau öffentlicher Toiletten kommt nicht voran

today22. Juli 2026 2

Hintergrund
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Der Ausbau öffentlicher Toiletten in Hamburg schreitet weiterhin nur langsam voran, wie eine Kleine Anfrage der CDU an den Senat kürzlich ergeben hat. In vielen Hamburger Quartieren sind öffentliche WCs weiterhin rar, und eine schnelle Verbesserung der Situation ist derzeit nicht in Sicht. Die Hansestadt verfügt aktuellen Angaben zufolge über lediglich rund 140 bis 172 öffentliche Toiletten für etwa 1,9 Millionen Einwohner, was im Vergleich zu anderen Großstädten wie Düsseldorf oder Paris als unzureichend gilt.

Die Stadt verweist auf finanzielle und technische Herausforderungen beim Ausbau klassischer Toilettenanlagen. Ein prominentes Beispiel für die Schwierigkeiten ist die gescheiterte Sanierung der unterirdischen Toilette am Gerhart-Hauptmann-Platz. Diese Anlage, die für über zwei Millionen Euro modernisiert wurde, musste nach nur wenigen Monaten Betrieb aufgrund eines Wasserschadens geschlossen und schließlich komplett mit 480 Tonnen Beton verfüllt werden, was weitere 400.000 Euro kostete und die Gesamtkosten auf rund 2,6 Millionen Euro erhöhte.

Als pragmatische Ergänzung zum bestehenden Netz wurde im Bezirk Barmbek-Nord ein Pilotprojekt unter dem Namen „Nette Toilette“ ins Leben gerufen. Dabei stellen Gastronomiebetriebe ihre Sanitäranlagen der Öffentlichkeit gegen eine monatliche Aufwandsentschädigung zur Verfügung. Zehn Betriebe nehmen vorerst an dem auf ein Jahr angelegten Projekt teil, das mit rund 17.000 Euro finanziert wird. Die Initiative, die bundesweit bereits in über 400 Kommunen erfolgreich ist, wird von einem breiten politischen Konsens getragen, darunter CDU, SPD, Grüne und FDP im Bezirk Hamburg-Nord.

Neben diesen Initiativen gibt es weitere Bestrebungen, die Versorgung zu verbessern. Die CDU-Bezirksfraktion Altona setzte sich beispielsweise erfolgreich für eine „Toilette für alle“ ein, die speziell für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen ausgestattet ist und bislang ungenutzte Landesmittel in Höhe von 700.000 Euro aus dem Jahr 2023 abrufen soll. Gleichzeitig äußern sich auch Proteste: Die Linken-Fraktion in Eimsbüttel hat den Mangel an Toiletten in ihrem Bezirk mit einer „Piss-In“-Aktion kritisiert und fordert seit über 14 Jahren eine öffentliche Toilette an der Osterstraße, während sie die Finanzierung von „Luxustoiletten“ in der HafenCity beanstanden. Diese vielschichtigen Bemühungen und anhaltenden Forderungen unterstreichen den dringenden Bedarf an einer umfassenderen und zugänglicheren öffentlichen Toiletteninfrastruktur in Hamburg.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

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