Hamburg Update

Mietpreisbindung für Sozialwohnungen: Noch keine Wohnung gebaut

today10. Juli 2026 3

Hintergrund
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Hamburg sollte ein Vorreiter im sozialen Wohnungsbau werden: Jährlich rund 1.000 neue Sozialwohnungen mit einer außergewöhnlichen 100-jährigen Mietpreisbindung waren geplant, um langfristig bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Doch diese ambitionierte Zielsetzung konnte bislang nicht in die Realität umgesetzt werden, denn nach wie vor wurde keine einzige dieser Wohnungen fertiggestellt.

Die Einführung der hundertjährigen Mietpreisbindung geht auf eine Einigung im November 2022 zwischen der rot-grünen Rathauskoalition und zwei Volksinitiativen, darunter „Keine Profite mit Boden & Miete“, zurück. Ziel war es, Hamburger Mieterinnen und Mieter über einen extrem langen Zeitraum vor übermäßigen Mieterhöhungen zu schützen und den Schwund öffentlich geförderten Wohnraums zu stoppen. Die Vereinbarung sah vor, dass der Bau dieser spezifischen Sozialwohnungen ab September 2024 beginnen sollte.

Im Zuge dieser Verhandlungen wurde ebenfalls festgelegt, dass der Verkauf von städtischen Wohnungen und Wohngrundstücken in Hamburg grundsätzlich ausgeschlossen sein soll, eine Maßnahme, die sogar in der Hamburgischen Verfassung verankert werden sollte, um Bodenspekulation zu verhindern. Städtische Grundstücke sollen zudem primär im Rahmen des Erbbaurechts vergeben werden. Diese weitreichenden Beschlüsse wurden von der Wohnungswirtschaft kritisch betrachtet, die die Vereinbarung als „dramatische Fehlentscheidung“ bezeichnete und eine Gefährdung des Wohnungsbaus befürchtete.

Die allgemeine Situation im sozialen Wohnungsbau in Hamburg bleibt angespannt. Der Bestand an Sozialwohnungen in der Hansestadt pendelt seit Jahren um die 80.000 Einheiten. So wurden im Jahr 2023 lediglich 2.380 neue Sozialwohnungen fertiggestellt, eine Zahl, die nicht ausreicht, um den Verlust an Wohnungen auszugleichen, deren Mietpreisbindung auslief. Im vergangenen Jahr (Stand Januar 2026) fielen 4.400 Wohnungen aus der Sozialbindung, während nur 2.000 neue Sozialwohnungen gebaut und 1.500 modernisiert wurden, was auf eine Stagnation oder gar einen Rückgang des Bestands hindeutet.

Der Mieterverein zu Hamburg betonte im Januar 2026, dass in der Stadt mindestens 4.700 öffentlich geförderte Wohnungen fehlen und dieses Defizit in den kommenden Jahren weiter steigen werde, da zwischen 2023 und 2028 voraussichtlich über 22.000 Wohnungen ihre Bindung verlieren werden. Die fehlende Realisierung der 100-jährigen Mietpreisbindung für Sozialwohnungen verschärft diese Situation zusätzlich und lässt die Hoffnung auf eine langfristige Entlastung des Wohnungsmarktes in diesem Segment vorerst unerfüllt.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Geschrieben von: Redaktion

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