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Hamburg – Die Hamburger CDU fordert eine Neuverteilung der Hilfsangebote rund um den Hauptbahnhof. Die Partei kritisiert, dass die hohe Konzentration von Anlaufstellen Süchtige und Obdachlose verstärkt in das Gebiet zieht und damit zu einer „zunehmenden Verwahrlosung des öffentlichen Raums“ führt. Die Christdemokraten schlagen eine bessere und dezentralere Verteilung dieser Angebote über das gesamte Stadtgebiet vor, um die einseitige Belastung einzelner Quartiere zu mindern.
Mit einem Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Drogensucht und Verwahrlosung am Hauptbahnhof und in St. Georg untermauerte die CDU jüngst ihre Forderung. Laut Fraktionschef Dennis Thering habe sich eine „absolut inakzeptable Situation“ verfestigt, die von offenem Drogenkonsum, sichtbarem Drogenhandel, Vermüllung und wiederkehrenden Gewaltvorfällen geprägt sei. Die Zahl der Straftaten sei demnach von 2022 bis zum vergangenen Jahr um über 40 Prozent gestiegen, Gewalttaten sogar um 47 Prozent. Die Partei sieht Hilfsangebote als einen „Pull-Faktor“, der Betroffene anzieht und spricht sich für eine Reform des Hilfesystems hin zu Ausstieg, Therapie und Reintegration aus.
Die Situation rund um den Hamburger Hauptbahnhof gilt seit Langem als sozialer Brennpunkt. Das Gebiet, insbesondere der Vorplatz des Drob Inn – einer Kontakt- und Beratungsstelle mit integrierten Drogenkonsumräumen – sowie der Hansaplatz und der ZOB, ist ein zentraler Treffpunkt für Obdachlose und Suchtkranke. Auch der rot-grüne Senat hat auf die angespannte Lage reagiert und zusätzliche Maßnahmen angekündigt. Dazu gehört eine deutliche Ausweitung der Alkoholkonsumverbotszone auf den Hansaplatz und Teile des Steindamms, sowie ein schärferes Vorgehen gegen Straftäter und Ordnungsstörer. Der Senat verweist darauf, dass bereits eingeführte Maßnahmen wie die „Quattro-Streife“ und erhöhte Videoüberwachung positive Wirkungen gezeigt hätten.
Kritiker sehen in der Forderung nach Dezentralisierung und den verschärften Maßnahmen des Senats jedoch vor allem eine „Verdrängungspolitik“. Die Linksfraktion etwa kritisiert, dass die Verbotspolitik des Senats die ärmsten Menschen der Stadt kriminalisiere. Befürworter einer dezentralen Verteilung argumentieren, dass Hilfsangebote stadtweit besser erreichbar sein sollten, während andere Stimmen bezweifeln, dass dies die Anziehungskraft des Hauptbahnhofs durch leichten Drogenzugang tatsächlich mindert. Um der Verelendung entgegenzuwirken, sind bereits „Sozialraumläufer“ am Hauptbahnhof im Einsatz, die als niedrigschwellige Ansprechpartner fungieren, Konflikte entschärfen und zu Hilfsangeboten vermitteln.
Zudem wurde eine „Koordinierungsstelle Sozialarbeit“ ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit zwischen Drogen- und Obdachlosenhilfe sowie staatlichen Stellen zu verbessern. Eine Neukonzeptionierung der Straßensozialarbeit prüft ebenfalls eine Dezentralisierung von Angeboten und ein verbessertes Wissensmanagement. Hamburg verzeichnete im Jahr 2024 102 Drogentote und liegt damit im bundesweiten Vergleich hinter Berlin an zweiter Stelle bezogen auf die Einwohnerzahl. Die Herausforderung für die Hansestadt bleibt bestehen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen notwendigen Hilfsangeboten und der Wahrung der öffentlichen Ordnung zu finden.
Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.
Geschrieben von: Redaktion
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