Hamburg Update

Hamburgs Alsterschwäne sind im Winterquartier angekommen

today30. Oktober 2026

Hintergrund

Hamburgs majestätische Alsterschwäne sind wohlbehalten in ihr Winterquartier in Ohlsdorf übergesiedelt. Das Team des Hamburger Schwanenwesens hat die traditionelle Aktion in diesem Jahr mit besonderer Sorgfalt durchgeführt. Anders als in der Vergangenheit wurden die Tiere aufgrund vermehrter Vogelgrippe-Fälle in Norddeutschland schrittweise und einzeln eingesammelt, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Mit dieser präventiven Maßnahme wird das Wohl der Tiere während der kalten Jahreszeit sichergestellt, wie uns als Redaktion von RADIO REEPERBAHN Hamburg mitgeteilt wurde.

Im Mittelpunkt des Hamburger Schwanenwesens steht das bundesweit einzigartige Amt des „Schwanenvaters“. Aktuell bekleidet Olaf Nieß diese traditionsreiche Position in zweiter Generation, nachdem bereits sein Vater Harald Nieß seit 1950 als Schwanenvater tätig war. Das 1674 ins Leben gerufene städtische Amt, das dem Bezirksamt Hamburg-Nord angegliedert ist, ist für weit mehr als nur die Betreuung der Alsterschwäne zuständig. Zu den Aufgaben von Olaf Nieß und seinem rund 14-köpfigen Team zählen neben der Pflege und Überwachung des Lebensraums auch die Notfallrettung verunglückter Wassertiere und die Aufzucht verwaister Jungtiere in der Hansestadt. Allein in diesem Jahr bewältigte das Team rund 2.800 Wildtiereinsätze in ganz Hamburg.

Die Winterquartiere der Schwäne dienen dazu, die Tiere vor dem Festfrieren im Eis zu schützen und ihnen während der kalten Monate eine sichere Zuflucht zu bieten. Normalerweise verbringen die Alsterschwäne den Winter am Eppendorfer Mühlenteich, dessen Wasserfläche mittels energiesparender Unterwasserpumpen eisfrei gehalten wird. Die diesjährige Verlegung nach Ohlsdorf ist eine Übergangslösung. Sie ist nicht nur eine Reaktion auf die Vogelgrippe-Fälle, sondern auch bedingt durch Umbauarbeiten am Hauptsitz des Schwanenwesens am Eppendorfer Mühlenteich, die voraussichtlich bis 2027 andauern. Die provisorische Unterbringung in Ohlsdorf bietet den Tieren einen vergleichbaren Schutz vor der Geflügelpest.

Die Alsterschwäne sind seit Jahrhunderten ein lebendiges Wahrzeichen Hamburgs und tief in der Stadtgeschichte verwurzelt. Bereits seit dem 16. Jahrhundert werden sie auf öffentliche Kosten gefüttert. Eine alte Legende besagt, dass Hamburg nur so lange eine freie und wirtschaftlich erfolgreiche Hansestadt bleibt, wie stolze Schwäne auf der Alster ihre Kreise ziehen. Der Hamburger Rat stellte die Vögel bereits 1664 unter besonderen Schutz, indem er es bei Strafe verbot, sie zu „beleidigen“, zu verletzen oder zu töten. Diese historische Tradition wird bis heute hochgehalten und betont die besondere Wertschätzung, die Hamburg seinen gefiederten Bewohnern entgegenbringt.

Trotz der herausfordernden Bedingungen durch die Vogelgrippe im Laufe des Jahres gibt es auch erfreuliche Nachrichten: Die Hamburger Alsterschwäne haben in diesem Sommer erfolgreich Nachwuchs bekommen. Rund 100 Tiere haben nun ihr Winterquartier bezogen und werden dort bis zum Frühjahr versorgt. Erst wenn die Tage wieder länger werden und die Alster sicher eisfrei ist, kehren diese „Boten des Frühlings“ traditionell wieder in ihre Sommerreviere zurück, um die Binnen- und Außenalster zu bevölkern.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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