Hamburg Update

Senatsmedaille für Stolperstein-Initiator Peter Hess

today30. Oktober 2026

Hintergrund

Peter Hess, der unermüdliche Initiator der Hamburger Stolpersteine, ist im Rathaus unserer Hansestadt mit der neuen Medaille des Senats für Kunst und Kultur ausgezeichnet worden. Diese besondere Ehrung würdigt sein herausragendes und langjähriges Engagement für das Erinnerungsprojekt, das die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus fest im Stadtbild von Hamburg verankert hat. Die Verleihung am 28. Oktober 2026 markiert zudem ein Novum: Es ist das erste Mal, dass diese neu geschaffene Medaille des Hamburger Senats vergeben wird, wie uns hier bei RADIO REEPERBAHN Hamburg bekannt ist.

Peter Hess holte die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig im Jahr 2002 nach Hamburg. Seine Motivation war tiefgreifend, entstand aus der persönlichen Auseinandersetzung mit der Verdrängung der NS-Vergangenheit in Nachkriegsdeutschland. Er wollte sichtbar machen, dass auch in Hamburg Tausende Menschen von den Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und ermordet wurden, entgegen oft gehörten Behauptungen, es habe hier keine Juden gegeben. Anfänglich als „Einzelkämpfer“ gestartet, musste Hess zunächst bürokratische Hürden überwinden und selbst Adressen im Staatsarchiv recherchieren, um dieses wichtige Gedenkprojekt in unserer Stadt zu etablieren.

Seitdem ist das Projekt in Hamburg enorm gewachsen. Dank Hess‘ Engagement wurden bis Oktober 2026 mehr als 7.500 Stolpersteine im öffentlichen Raum verlegt. Diese kleinen Messingtafeln erinnern nicht nur an jüdische Opfer, sondern auch an Sinti*zze und Rom*nja, Euthanasie-Opfer, politisch und religiös Verfolgte, Homosexuelle sowie Zwangsarbeiter*innen und weitere durch das NS-Regime stigmatisierte Gruppen. Die „Initiative Stolpersteine Hamburg“, die seit 2006 auch biografische Recherchen durchführt und bislang rund 5.500 Lebensgeschichten erarbeitet hat, wird von einem engagierten Netzwerk aus Ehrenamtlichen, Geschichtswerkstätten und der Landeszentrale für politische Bildung getragen.

Die Einführung der Medaille für Kunst und Kultur in Hamburg im Mai 2026 erfolgte vor dem Hintergrund einer kritischen Neubewertung der zuvor verliehenen Senator-Biermann-Ratjen-Medaille. Historische Akten belegten im Jahr 2024 eine NSDAP-Mitgliedschaft des Namensgebers Hans Harder Biermann-Ratjen, woraufhin der Senat die Verleihung der alten Medaille aussetzte und eine zeitgemäße, unbenannte Ehrung beschloss. Kultursenator Dr. Carsten Brosda betonte, dass die neue Medaille das vielfältige kulturelle Engagement in Hamburg würdigen soll, unabhängig von einer spezifischen Namensgebung und im Einklang mit der Aufarbeitung der deutschen Geschichte.

Dr. Carsten Brosda lobte Peter Hess‘ „große Ausdauer und unglaublich viel Verve“ und hob hervor, dass die Stolpersteine die Erinnerung „in die Mitte unserer Gesellschaft“ zurückholen. Peter Hess selbst äußerte, diese Auszeichnung sei eine „wunderbare Bestätigung für meine Erinnerungsarbeit und Spurensicherung und spornt mich an, weiterzumachen“. Die Verleihung der ersten Medaille für Kunst und Kultur in Hamburg an Peter Hess unterstreicht somit nicht nur die Bedeutung seines Lebenswerks, sondern auch das anhaltende Engagement der Stadt für eine lebendige und kritische Erinnerungskultur.

Hinweis: Das Bild zu diesem Beitrag kann KI-generiert sein.

Hinweis: Bei der Bearbeitung dieses Beitrags kann Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sein.

Geschrieben von: Redaktion

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